Lange Dürre vernichtet Ernten: Bauernverband fordert Milliardenhilfe

"Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen"

Heiße Sommertage ohne die kleinsten Regenwolken am Himmel: Was für Kinder in ihren Sommerferien der wahr gewordene Traum ist, bedeutet für viele Bauern längst einen Albtraum, der den Fortbestand ihrer Höfe bedroht. Darum fordert der Deutsche Bauernverband Hilfe vom Staat. "Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Dürre hat sehr unterschiedlich große Auswirkungen für Bauern

"Wir fordern jetzt Liquiditätshilfen, damit wir Betriebe, deren Ertrag mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegt, direkt unterstützen können", so Rukwied weiter. Außerdem fordert er, dass Landwirte in guten Jahren nicht den kompletten Gewinn versteuern müssen, damit sie Rücklagen für schlechte Jahre bilden können.

Vertreter von Bund und Ländern wollen am Dienstag über die Folgen der Hitze und Dürre in vielen Regionen beraten. Ziel ist erstmal eine Bestandsaufnahme, der Deutsche Bauernverband ist da mit seiner Hilfsforderung schon einen Schritt weiter. Für Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) stellt sich das Bild sehr unterschiedlich dar: Während manche Landwirte die Sorge um ihre Existenz umtreibe, dürften Winzer mit einem sehr guten Jahrgang rechnen, erklärte sie.

Weinlese bei deutschen Winzern startet so früh wie nie zuvor

24.07.2018, Bayern, Veitshöchheim: Von der Hitze geschädigt sind die Blätter an einem Rebstock (zu dpa-KORR: "Vom Wasserbecken in den Weinberg - Pilotprojekte im Kampf ums Wasser" vom 30.07.2018) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Weinbauern freuen sich über den langen, warmen Sommer: Sie erwarten ein ertragreiches Jahr.
kjh, dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Viel Sonne, wochenlange Wärme: Die Winzer in den deutschen Weinbaugebieten können ihr Glück über den Sommer 2018 kaum fassen. Ein Weingut in Lörzweiler (Kreis Mainz-Bingen) startet am 6. August mit der Weinlese. Der früheste Beginn der Weinernte in Deutschland aller Zeiten, teilte das Deutsche Weininstitut mit. Letztes Jahr begann das erste deutsche Weingut am 16. August mit der Weinlese.

"In diesem Jahr sind wir extrem früh dran", sagte Weininstituts-Sprecher Ernst Büscher. "Der Entwicklungsstand der Reben ist dem 30-jährigen Mittel um gut drei Wochen voraus." Der immer frühere Start sei ein Indiz für den Klimawandel. Die frühe Weinlese begünstigt vor allem den deutschen Federweißen im Konkurrenzkampf mit Importen aus Italien.