26. Mai 2019 - 23:01 Uhr

Hochrechnung zur Landtagswahl in Bremen

Die CDU ist in Bremen erstmals in der Nachkriegsgeschichte bei einer Landtagswahl stärkste Kraft geworden. Sie kam am Sonntag nach einer landesweiten Hochrechnung des Wahlleiters auf 25,5 Prozent. Die SPD erzielte 23,6 Prozent, die Grünen bekamen 17,6 Prozent. Die FDP liegt demnach bei 5,3 Prozent, die Linke bei 10,1 Prozent und die AfD bei 5,9 Prozent. Die SPD fährt ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1946 ein. Die AfD schafft es ebenfalls ins Landesparlament, die FDP wohl nur knapp. Welche Koalition künftig das kleinste deutsche Bundesland regiert, bleibt zunächst offen.

Die Hochrechnungen zur parallel stattfindenden Europawahl gibt's hier.

SPD könnte erstmals seit 70 Jahren Bürgermeisterposten verlieren

Für die Bremer SPD ist es eine historische Schlappe, schon 2015 hatten die Sozialdemokraten mit 32,8 Prozent einen Tiefstwert hinnehmen müssen. Die Grünen, die 2015 auf 15,1 Prozent kamen, erzielten hingegen eins ihrer besten Resultate bei einer Wahl zur Bremer Bürgerschaft. In Bremen war den Grünen 1979 erstmals der Einzug in ein Landesparlament gelungen.

Wer wird Bremen künftig regieren?

Bremens Noch-Bürgermeister Carsten Sieling sagte nach der ersten Prognose: "Die Zahlen sind absolut enttäuschend." Persönliche Konsequenzen lehnte er in einer ersten Reaktion ab. SPD-Bundeschefin Andrea Nahles sagte: "Rot-rot-grün ist in Bremen möglich." Die Grünen stünden nun vor einer Richtungsentscheidung. "Wollen sie eine progressive Mehrheit, ja oder nein?"

CDU-Spitzenkandidat Meyer-Heder erhob seinerseits Anspruch auf den Posten des Regierungschefs. "Ich will Bürgermeister werden", sagte der 58-jährige IT-Unternehmer in der ARD.

Bereits bei der letzten Wahl schlechtestes Ergebnis für die SPD

Bremen ist das einzige Bundesland mit einer vier- statt fünfjährigen Legislaturperiode. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 fuhr die SPD mit 32,8 Prozent das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende ein. Als Konsequenz war der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) zurückgetreten. Die CDU kam damals auf 22,4 Prozent, die Grünen erreichten 15,1 Prozent, die Linken 9,5 Prozent, die FDP kam auf 6,6 und die AfD auf 5,5 Prozent.

Bremen macht den Auftakt zu den Landtagswahlen in diesem Jahr. Im Herbst folgen Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Quelle: DPA/RTL.de