Landtag will der Opfer von Hanau und Volkmarsen gedenken

Blumen und Kerzen sind am Hanauer Marktplatz aufgestellt worden. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild
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19. März 2020 - 6:00 Uhr

Die Abgeordneten des hessischen Landtags wollen zum Beginn ihrer Sitzung am kommenden Dienstag der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedenken. Vor einem Monat erschoss ein Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln. Weitere wurden verletzt. Der Mann soll auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Die Parlamentarier erinnern auch an die Opfer der Gewalttat im nordhessischen Volkmarsen, bei der ein Auto in einen Rosenmontagszug gefahren war. Nach jüngsten Zahlen wurden 154 Menschen verletzt, darunter Kinder. Einige leiden nach Angaben der Ermittlungsbehörden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ein Deutscher soll ein Auto absichtlich in eine Menschenmenge gelenkt haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Das Gedenken wird am kommenden Dienstag (24. März) der Auftakt für eine höchst ungewöhnliche Plenarsitzung - angesichts der Coronakrise. Um wichtige Gesetze zu verabschieden, kommt der Landtag mit deutlich reduzierter Agenda und nur an einem Tag zusammen. Für die Abgeordneten im Plenarsaal sollen die Abstandsregeln zum Schutz vor Infektionen gelten. Statt wie ursprünglich vorgesehen von Dienstag bis Freitag soll nur am Dienstag getagt werden.

Quelle: DPA