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Landshut: Diebesfamilie muss sich vor Gericht verantworten

Diebesbande in Landshut vor Gericht
Diebesbande in Landshut vor Gericht Kroatische Familie organisierte unzählige Einbrüche 01:13

Vater, Mutter und Sohn für unzählige Diebstähle verantwortlich

Sie gehören zu einer der schlimmsten Diebesbanden Europas. Von Kroatien aus sollen sie mehr als eintausend Einbrüche organisiert und dabei Schmuck und Geld angehäuft haben: Seit dieser Woche müssen sich Jovanka und Rade V. gemeinsam mit Sohn Giorgio vor dem Landgericht Landshut (Bayern) verantworten. Jeder fünfte Einbruch in Deutschland soll auf die Rechnung des Roma-Clans gehen!

2016: Mädchen trugen Einbruchswerkzeug bei sich

Ein eingenähtes Werkzeug, aus einem Kleidungsstück einer der minderjährigen Einbrecherinnen, die in München geschnappt wurden.
Dieses eingenähte Einbruchswerkzeug überführte 2016 Mitglieder des Cucina-Clans. © Polizei München

Insgesamt 500 Mitglieder hat die Bande unter der Leitung der Angeklagten. Besonders eigene Familienmitglieder, darunter minderjährige Enkelinnen und Cousinen, sollen überall in Europa Einbrüche verübt haben. In einem Nobelviertel von Zagreb lebt die Familie in Luxus-Villen, finanziert vom Diebesgut. Darüber berichtet hatte Ende 2017 "der Spiegel".

Im Januar 2016 waren Ermittler dem sogenannten "Cucina-Clan" auf die Schliche gekommen. In München gelang es Polizeibeamten, drei minderjährige Bandenmitglieder festzunehmen. Die Mädchen trugen in die Kleidung eingenähte Einbruchswerkzeuge bei sich. Die Spur führte schließlich zu Jovanka und Rade V., die in der Organisation der Einbruchserien eine Schlüsselrolle spielten. Vor dem Landgericht werden 32 Zeugen aussagen, außerdem wurden mehr als 1.200 Seiten Telefonmitschnitte als Beweismittel zugelassen.

Dabei geht es aber nur um elf konkrete Diebstähle - diese hat die Einbrecherfamilie schnell gestanden. Experten gehen davon aus, dass das "Familienunternehmen" durch den Prozess nicht gestoppt werden kann. Schon 2017 sprach die Münchener Polizei davon, nur "einen Arm des Kraken" abgeschlagen zu haben. Das Urteil am Landgericht Landshut wird im August erwartet. Die Anklägerin fordert bis zu fünf Jahre Haft für die Eltern und dreieinhalb Jahre für Giorgio V.

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