Hundekillerin schwebte in Lebensgefahr

Rache-Geständnis! Chihuahua Mila abgeschlachtet - Frau (29) verbrüht Täterin mit kochendem Wasser

Verbrühung als Rache für getöteten Hund? Frau vor Gericht
Verbrühung als Rache für getöteten Hund? Frau vor Gericht
© dpa, Sina Schuldt, ssd cul

07. November 2019 - 10:21 Uhr

Frauchen gesteht die Rachetat

Als die 25-Jährige in die Wohnung ihrer Bekannten kam, kochten bereits zwei Töpfe Wasser auf dem Herd. Was es damit auf sich hatte, ahnte die junge Frau da noch nicht. Unter einem Vorwand hat die Bekannte sie zu sich gelockt und ihr am Ende mehrere Liter des brühend heißen Wassers über den Kopf gekippt - aus Rache. Die Frau hat die Tat vor dem Landgericht Hildesheim inzwischen gestanden.

Chihuahua der Länge nach aufgeschlitzt

05.11.2019, Niedersachsen, Hildesheim: Die schwangere Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn im Gerichtssaal und hält ihre Hand über den Bauch. Der 29-Jährigen wird vorgeworfen, einer Bekannten aus Rache für den Tod ihres Hundes kochendes Wasser über den
Die schwangere Angeklagte war zum Prozessauftakt am Landgericht Hildesheim geständig.
© dpa, Sina Schuldt, ssd cul

Die schwangere 29-Jährige muss sich wegen schwerer und gefährlicher Körperletzung verantworten. Zum Prozessauftakt gab sie zu, dass sie für die Tötung ihres Hundes Vergeltung geübt hat. Im Sommer 2017 soll das heutige Opfer ihren neun Monate alten Mini-Chihuahua Mila regelrecht abgeschlachtet haben. Der Hund sei für sie und ihren Ehemann Kinderersatz gewesen. Dem Tier sei zunächst die Zunge herausgeschnitten worden, anschließend soll die 25-Jährige ihn der Länge nach aufgeschlitzt und ausgeweidet haben. Sein geschundener Körper wurde blutüberströmt in ihrer Wohnung entdeckt.

Die Frau war dem Blatt zufolge nach der Tat zeitweise in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, wurde aber nicht wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek, damals der "Hildesheimer Allgemeinen" sagte. Die Beschuldigte habe zu diesem Zeitpunkt bereits wegen einer anderen Tat vor Gericht gestanden und war im November zu einer Bewährungsstrafe wegen räuberischen Diebstahls verurteilt worden.

Im Januar 2018 dann hatten sich die mutmaßliche Hundekillerin und die Besitzerin des Chihuahua getroffen - unter dem Vorwand einer Aussprache. Stattdessen gipfelte das Gespräch in einem Akt der Rache. Die 29-Jährige kippte der Peinigerin ihres Hundes im Hausflur mehrere Liter kochendes Wasser über den Kopf. Diese hatte schwerste Verbrühungen an rund 15 Prozent der Haut erlitten, schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Bis zu 15 Jahre Haft stehen im Raum

In ersten Aussagen hatte die 29-Jährige noch beteuert, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Verbrühung sei versehentlich in der Küche beim Zubereiten des Essens passiert. Nun die Kehrtwende, die Frau hat die Tat gestanden. Für schwere Körperverletzung mit Vorsatz sieht das Gesetz zwischen drei und 15 Jahren Freiheitsstrafe vor.

Der Prozess sollte ursprünglich bereits im Mai beginnen, allerdings war die Angeklagte damals nicht zum ersten Verhandlungstermin erschienen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte sie sich ins Ausland abgesetzt und wurde im Sommer festgenommen. Die Frau sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.