Landesverband: Hebammen impfen nicht, Mithilfe aber möglich

25. November 2021 - 18:13 Uhr

Köln (dpa/lnw) - Nach dem Vorstoß von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), unter anderem auch die Hebammen in die Corona-Impfkampagne einzubeziehen, sehen die Umworbenen nur begrenzte Möglichkeiten. "Hebammen impfen nicht, das Durchführen von Impfungen ist nicht Bestandteil der Ausbildung", erklärte die Vorsitzende im Landesverband der Hebammen NRW, Barbara Blomeier, am Donnerstag auf Anfrage der dpa. Auch gehöre es nicht zum Aufgabengebiet von Hebammen, über Impfungen und mögliche Nebenwirkungen aufzuklären.

"Wir können also nur dringend davon abraten, Hebammen eigenverantwortlich und ohne ärztlichen Hintergrund zum Durchführen von Impfungen heranzuziehen", unterstrich sie. Die Hebamme habe im Ernstfall keine Möglichkeit, mit Nebenwirkungen der Impfung bis hin zu einem anaphylaktischen Schock umzugehen.

"Allerdings können wir es nur unterstützen, wenn sämtliche Gesundheitsfachberufe, zu denen dann auch Hebammen gehören, aufgefordert werden, sich für Impfaktionen zur Verfügung zu stellen, unter der Voraussetzung, dass die Aufklärung weiter in ärztlicher Hand liegt und ein Notfallplan vorhanden ist, um sofort handeln zu können, falls eine geimpfte Person einen Schock erleidet", erläuterte sie. Blomeier verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Freiwilligenregister NRW, wo sich auch Hebammen registrieren könnten. Familienminister Stamp hatte am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf erklärt, um die vierte Corona-Welle zu brechen, müsse unter anderem das Bundesrecht schleunigst geändert werden, damit Zahnärzte und Apotheken mit in die Impfkampagne einbezogen werden können. "Ich würde darüber hinaus gehen und das auch für Veterinäre fordern und im Übrigen auch für Hebammen. Weil wir wissen, dass es gerade in der sensiblen Gruppe bei Frauen zwischen 30 und 39 nach wie vor Vorbehalte gibt." Deswegen seien hier Hebammen sicherlich eine Gruppe, die ein großes Vertrauen genieße und er würde sich sehr freuen, wenn es zu einer solchen Regelung kommen könnte.

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Quelle: DPA