Landeselternrat begrüßt Aussetzen von Schulbetrieb

14. März 2020 - 15:10 Uhr

Der Brandenburger Landeselternrat hält die Schließung der Schulen für den Großteil der Schüler wegen des Coronavirus für sinnvoll - zeigt sich aber auch skeptisch mit Blick auf den Beginn am Mittwoch. "Grundsätzlich sind die Schulschließungen aus unserer Sicht gut und richtig, wenn es eine Maßnahme ist, die Ausbreitung jetzt einzudämmen", sagte der Vorsitzende René Mertens aus Ziesar (Kreis Potsdam-Mittelmark) am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei auch richtig, dass Eltern bei der Kinderbetreuung unterstützt würden, die in wichtigen Berufen arbeiten. Der Elternrats-Vorsitzende sieht aber kritisch, dass die Regelung erst am Mittwoch beginnt.

"Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass von vornherein klar ist, was Montag und Dienstag passiert", sagte Mertens. "Es wäre ja nicht schlimm gewesen zu sagen: Wir machen zu, über das Wochenende machen wir einen Plan und dann steht am Montag die Sache. Die Lehrer sind jetzt auch verunsichert." Er betonte, eine Notfallbetreuung könne nur in den Kommunen organisiert werden. Das Land müsse mit den Kreisen und kreisfreien Städten die Abwicklung organisieren. Die Landesregierung beriet am Samstag mit den Kommunen über die Umsetzung der Pläne.

Die Brandenburger Schulen und Kitas sollen ab Mittwoch vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April den regulären Unterricht und die normale Betreuung einstellen - das hatte die Landesregierung am Freitag entschieden. Für Schüler soll freiwilliger Unterricht über das Internet angeboten werden. Für Kinder und Schüler etwa von Ärzten, Schwestern oder Pflegern, von Eltern aus Behörden, Polizei und Feuerwehr ist eine Notfallbetreuung geplant. Damit soll sichergestellt werden, dass die Eltern in wichtigen Berufen weiterarbeiten können. "Diese Detailfragen sind natürlich total schwierig zu klären: Wer ist jetzt wichtig, wer ist weniger wichtig?", sagte der Landeselternratsvorsitzende.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hält es für richtig, am Mittwoch mit den Plänen zu beginnen. "Uns war wichtig, dass wir ein wenig Vorbereitungszeit haben", sagte Ernst dem rbb-Inforadio. "Uns ist sehr wichtig zu sagen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht gesundheitlich besonders gefährdet sind." Sie seien gerade die am wenigsten gefährdete Gruppe. "Dass wir so einen massiven Eingriff an den Schulen und den Kitas machen, hat nur damit zu tun, dass dort besonders viele soziale Kontakte sind." Das Ziel sei, diese Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um Infektionen zu verlangsamen. Die Abiturprüfungen sind nach Angaben der Ministerin nicht gefährdet.

Quelle: DPA