Landarzt-Quote für Medizin-Studium: Bewerbungen ab März

Student hat sich verpflichtet, später als Hausarzt auf dem Land zu arbeiten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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11. Februar 2020 - 16:50 Uhr

Lange ist über eine Landarzt-Quote in Rheinland-Pfalz debattiert worden, nun wird es konkret: Ab dem kommenden Wintersemester werden erstmals Medizinstudienplätze auch über dieses Verfahren vergeben. Zusätzlich werden Plätze an Interessenten vergeben, die sich für eine spätere Arbeit in einem Gesundheitsamt verpflichten. Das Kabinett in Mainz beschloss am Dienstag die entsprechenden Landesverordnungen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte.

Für Bewerber steht vom 1. bis 31. März ein Online-Portal bereit, auf dem die nötigen Unterlagen hochgeladen werden können. Die Landarzt-Quote sieht vor, dass von jährlich rund 430 Medizinstudienplätzen im Land etwa 27 an Personen gehen, die sich später zehn Jahre als Hausarzt in einem Gebiet mit aktueller oder künftig drohender Unterversorgung verpflichten. Das entspricht einem Anteil von 6,3 Prozent. Zudem sind 1,5 Prozent der Studienplätze - sechs Plätze - für angehende Mediziner vorgesehen, die sich für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) verpflichten. Insgesamt geht es also um 33 Studierende pro Jahr sowie 16 bis 17 pro Semester.

Der gesundheitspolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Fraktion, Christoph Gensch, warf der Landesregierung halbherziges Handeln vor. Angesichts der langen Ausbildungszeit bei Medizinern dauere es nach dem Modell der Ampel-Koalition viel zu lange, bis junge Ärzte zur Entlastung zur Verfügung stünden. Bereits nach dem eigentlichen Medizinstudium seien sie voll ausgebildet und könnten parallel zur Facharztausbildung in unterversorgten Gebieten eingesetzt werden. Die Regierung wolle aber, dass sie erst ihre Fachausbildung absolvierten. Das Grundproblem sei, dass es zu wenig Studienplätze für Humanmedizin gebe.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) nannte die Landarzt- und ÖGD-Quote ein "wichtiges Projekt", das nun in die Umsetzung starte. Es sei Teil der langfristigen Strategie des Landes zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Nach der Bewerbungsphase im März folgt laut Ministerium eine Vorauswahl. Berücksichtigt würden dabei etwa das Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests, die Berufserfahrung sowie ehrenamtliche und praktische Tätigkeiten der Interessenten. Es würden doppelt so viele Kandidaten zu Auswahlgesprächen eingeladen, wie am Ende Plätze zu vergeben seien, bevor dann die Vergabe erfolge.

Quelle: DPA