Land will spekulative Umwandlung von Mietwohnungen abwenden

Blick auf die Fassade eines Wohnhauses. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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03. Juni 2020 - 15:43 Uhr

Wer eine Mietwohnung in eine Eigentumswohnung umwandeln möchte, könnte in 31 hessischen Städten in Zukunft eine Genehmigung benötigen. Städte wie Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt oder Kassel können dies vom 1. Juni an zustimmungspflichtig machen, wie das Ministerium für Wohnen am Mittwoch mitteilte. Voraussetzung sei, dass die Mietwohnung in einem Gebiet mit Milieuschutzsatzung liege. Durch diese Satzungen wird die Bevölkerungsstruktur in einem bestimmten Gebiet vor unerwünschten Veränderungen geschützt.

"Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist vor allem im Rhein-Main-Gebiet immer noch hoch", wird Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in der Mitteilung zitiert. Gerade in angesagten Vierteln großer Städte werden dem Wohnungsmarkt durch Umwandlungen viele Mietwohnungen entzogen. "Jede leerstehende Wohnung, die aus spekulativen Gründen nicht genutzt wird, ist ein nicht hinnehmbares Ärgernis."

Laut Al-Wazir handelt es sich um einen notwendigen und angemessenen Eingriff in das Eigentumsrecht der Vermieter. Nun lohne es sich schlichtweg nicht mehr, ein Mietshaus zu kaufen, die Mieter loszuwerden, das Haus in Eigentumswohnungen umzuwandeln und die Wohnungen anschließend mit hohem Gewinn als Eigentum zu verkaufen.

Quelle: DPA