Bund soll Gruppen mit Personenkontakt früher impfen

Niedersachsen fordert eine Änderung der Impfreihenfolge

BIONTECH PFIZER CORONA COVID 19 Impfung im JOHANNITER Senioren Stift Meerbusch am 20.01.2021 in Meerbusch *** BIONTECH
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22. Februar 2021 - 12:52 Uhr

Lehrer und Erzieher sollen früher geimpft werden

Das niedersächsische Gesundheitsministerium will Lehrern und Erziehern eine frühere Corona-Impfung ermöglichen. "Alle Öffnungsszenarien sehen völlig zurecht eine hohe Priorität für den Bildungsbereich vor. Da ist es nur folgerichtig, auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher mit einer höheren Priorität als bisher zu impfen", sagt Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD).

Zusammen mit anderen Ländern will sich Niedersachsen beim Bund für eine Änderung der Impfverordnung einsetzen. Dadurch soll es möglich sein, diese Gruppen früher als geplant zu impfen.

Ärzte und Ärztinnen drängen auf frühere Impfungen

Weil niedergelassene Mediziner einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, drängt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf eine sofortige Impfung aller Ärzte mit Patientenkontakt. Zunächst hatte das Land Niedersachsen Hausärzte nicht vorrangig impfen wollen, erst nach Protesten aus der Ärzteschaft lenkte die Landesregierung ein.

Die Länder, so auch Niedersachsen, wollen am Montag Nachmittag (22.02.) mit Gesundheitsminister Jens Spahn über eine entsprechende Änderung der Corona-Impfverordnung sprechen.

Denn auch niedergelassene Ärzte und anderes medizinisches Personal mit Patientenkontakt sollen laut niedersächsischem Gesundheitsministerium früher geimpft werden, auch wenn die Betroffenen jünger als 65 Jahre sind und somit zur zweiten Priorisierungsgruppe gehören.

Die abgesprochene Impfpriorisierung sei aber nur ein Teilerfolg, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke. "Es gibt zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, die nicht priorisiert geimpft werden." Seit rund einer Woche dürfen sich unter anderem Ärzte impfen lassen, die Patienten in Pflegeheimen betreuen und die Abstriche für Corona-Tests nehmen.