25. April 2019 - 15:37 Uhr

Der Bau Hunderter Wohnungen auf dem Dragoner-Areal in Kreuzberg könnte nach Einschätzung der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM in zwei Jahren losgehen. "Wir wünschen uns, dass wir den ersten Spatenstich für den Wohnungsbau im Sommer 2021 haben", sagte BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring am Donnerstag bei einem Termin vor Ort. Zuvor müsse jedoch ein städtebauliches Konzept zur genauen Gestaltung des Areals erarbeitet werden, in dem zum Beispiel auch Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur berücksichtigt werden.

Dies geschehe unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft, dabei seien auch unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen, so Möhring. Dieser Prozess, bei dem etwa Anwohner, die Bürgerinitiative "Stadt von unten" und bestehende Gewerbebetriebe eingebunden sind, sei mühsam und schwierig. Klar sei aber, dass der Bau bezahlbarer Wohnungen durch eine kommunale Gesellschaft angesichts der Knappheit und steigender Mieten in Berlin prioritär sei: "Wir haben alle den Druck, möglichst schnell damit zu starten."

Ähnlich äußerte sich Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof. Aus Sicht des Senats sollten "auf jeden Fall" mehr als 500 Wohnungen errichtet werden, sagte sie. Gerade in zentralen Teilen der Stadt herrsche Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Sudhof machte deutlich, dass eine breite Beteiligung an Planungsverfahren aus ihrer Sicht wichtig ist. Genauso müsse man aber Interessen der Wohnungssuchenden und der Menschen, die von Verdrängung bedroht seien, im Auge haben.

Das knapp fünf Hektar große Dragoner-Areal in bester Lage gehört zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten. 2015 wollte es der Bund für 36 Millionen Euro - den damals dreifachen Verkehrswert - an einen privaten Investor verkaufen. Auf Druck des Landes stoppte der Finanzausschuss im Bundesrat jedoch das Geschäft. Anschließend gab es juristische Auseinandersetzungen mit dem Investor, schließlich konnte Berlin das Grundstück vom Bund übernehmen. Allerdings müssen der Haushaltsausschuss des Bundestags und das Abgeordnetenhaus den Deal noch endgültig absegnen, wie Sudhof sagte.

Der Name des Dragoner-Areals leitet sich von seiner früheren militärischen Nutzung ab. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren dort Dragoner-Regimenter stationiert, also berittene Soldaten. Heute befinden sich auf dem Gelände Firmen, ein Biomarkt, Gastronomie- und Handwerksbetriebe.

Quelle: DPA