Lahm: "Brasilien-Sieg war beklemmend"

Philipp Lahm
Für DFB-Kapitän Philipp Lahm war der 7:1-Triumph gegen Brasilien kein Genuss.
dpa bildfunk

Nach dem sensationellen 7:1-Erfolg im WM-Halbfinale gegen Brasilien war die Stimmung bei den deutschen Fans ausgelassen, doch nicht bei Philipp Lahm.

Der DFB-Kapitän hat die historische Klatsche für Brasilien nicht als Genuss empfunden. "Das war beklemmend, ich war gar nicht euphorisch", sagte der 30-Jährige dem 'Stern'. "Niemand will, dass der Gegner Fehler macht, die auf diesem Niveau sonst nicht passieren."

Dass Bundestrainer Joachim Löw auf dem Weg zum Titel zunächst vier Innenverteidigern das Vertrauen schenkte, wertet Lahm nicht als grundsätzliche Abkehr von einer offensiven Grundausrichtung: "Wir haben mit unserer Taktik von Spiel zu Spiel variiert. Wir hatten für jedes Spiel einen anderen Matchplan. Wir wollten nicht grundsätzlich defensiver stehen."

Seine Versetzung zurück auf die rechte Außenverteidigerposition vor dem Viertelfinale gegen Frankreich sieht Lahm als Zugeständnis an die Mannschaft. "Es ging für mich darum, die beste Lösung für alle zu finden. Und das geht nur, wenn ich als Einzelner diszipliniert bin", sagte der Defensiv-Spieler vom FC Bayern.

Dass um seine Position im Team eine Grundsatzdebatte in Deutschland während des Turniers entbrannte, habe ihn "überhaupt nicht berührt". Noch nach der in der Verlängerung gewonnen Partie gegen Algerien hatte Lahm erklärt, weiter im Mittelfeld spielen zu wollen.