Studie zum Wohnungsmarkt

Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich - gerade für Familien

Smiling mother at desk looking at father holding baby in home office model released Symbolfoto prope
© imago/Westend61, imago stock&people

12. August 2020 - 15:20 Uhr

Auch in kleineren Großstädten wird es kritischer

Seit Jahren ist der deutsche Wohnungsmarkt angespannt und das Wohnen wird in vielen deutschen Städten immer teurer. Diese Entwicklung stellt gerade Familien vor eine immer größer werdende finanzielle Herausforderung. Besonders Arbeitnehmer ohne einen beruflichen Abschluss können sich kaum eine familientaugliche Mietswohnung leisten. Aber auch für Eltern mit einem anerkannten Berufsabschluss wird es schwieriger, wenn es um die Bezahlung von Mietwohnungen geht.

Eine Analyse von "immowelt" zeigt jetzt: In den Großstädten München und Berlin müssen über 40 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgegeben. Doch auch in kleineren Großstädten wie Mainz, Freiburg im Breisgau oder Rostock spitzt sich die Lage auf dem Mietmarkt zu: Hier werden mindestens 35 Prozent für die monatliche Miete benötigt.

Sozialwohnungen fehlen

In jeder zweiten deutschen Stadt müssen Familien mindestens ein Viertel ihres Haushaltnettoeinkommens dafür ausgeben. Für Eltern ohne jeglichen Berufsabschluss gilt das sogar in 71 von den 79 betrachteten Städten. Ein weiteres Problem, das auch immer wieder an die Politik herangetragen wird: In vielen Städten mangelt es schlichtweg an Sozialwohnungen. So bleibt Eltern oftmals nichts anderes übrig, als in der zu kleinen Wohnung zu bleiben, Wohngeld zu beantragen oder in ländliche Regionen auszuweichen, wo Wohnraum noch bezahlbarer ist.

Wo ist Wohnraum überhaupt noch bezahlbar?

Gerade Mietwohnungen in den Großstädten Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin und München sind schwer bezahlbar für Familien. Das gilt auch dann, wenn beide Elternteile über einen anerkannten Berufsabschluss verfügen.

Doch es gibt ihn noch, den bezahlbaren Wohnraum für Familien: So müssen Eltern ohne Berufsabschluss in den Städten im Ruhrgebiet, wie z.B. Gelsenkirchen, Duisburg oder Recklinghausen, weniger als 20 Prozent ihres Haushaltnettoeinkommens für die Miete verwenden.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen: Es braucht Antworten aus der Politik, wie künftig mit der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt umgegangen werden soll.

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