10. Januar 2019 - 16:42 Uhr

Schönheitsideale? Nicht mit uns

Mädels, schmeißt den Rasierer zur Seite! Im "Januhairy" lassen wir einfach mal unsere Bein- und Achselhaare sprießen. Warum? Es geht um Selbstliebe, um ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, um die Befreiung von gängigen Schönheitsidealen und einer vorgegebenen Norm. Die Engländerin Laura Jackson hat die Aktion #Januhairy ins Leben gerufen. Einen Monat lang sollen Frauen ihre Körperhaare wachsen lassen. Und die Ergebnisse dann in den sozialen Netzwerken dokumentieren.

Tausende Follower aus aller Welt sind begeistert

Frauen sollten sich rasieren – so lautet das gängige Schönheitsideal. Viel mehr noch: es ist fast schon ein Schönheitszwang. Wer dagegen verstößt, erntet Unverständnis und heftige Abwehr. Die 21-jährige Engländerin Laura Jackson will das ändern. Unter dem Hashtag #Januhairy ermutigt sie andere Frauen, den Rasierer für einen Monat zur Seite zu legen und die Haare sprießen zu lassen.

Ganz neu ist die Idee nicht: Laura ist bei weitem nicht die erste Frau, die mit ihrer Körperbehaarung für Aussehen und Diskussionen sorgt. Interessant ist allerdings, dass das Thema noch immer ein gesellschaftlicher Aufreger ist. Und dass Laura mit ihrem eigens für diese Aktion gegründeten Instagram-Account janu_hairy einen Nerv trifft, zeigen die zahlreichen FollowerInnen und Kommentare. In nur wenigen Tagen hat Laura tausende Frauen aus der ganzen Welt dazu gebracht hat, ihrem Aufruf zu folgen.

Laura erntete zuerst Ablehnung und Unverständnis

In ihrem Post beschreibt die junge Egländerin, was dazu führte, dass sie selbst die Haare sprießen ließ. Sie studiert Schauspiel, und für eine Aufführung hörte sie im Mai 2018 auf, sich zu rasieren. Während sich die Haarpracht anfangs ungewohnt anfühlte, fing sie mit der Zeit an, ihre Haare an den Armen und unter den Achseln zu mögen. Und sie entschied sich dazu, die Haare stehen zu lassen. Eigentlich keine große Sache. Sollte man meinen. Aber die Reaktion ihrer Umgebung bewies ihr das Gegenteil.

Immer wieder wurde die Britin gefragt, warum sie sich nicht rasiere. Erntete Ablehnung und Unverständnis. Und das wurde zur Initialzündung für die Kampagne. "Ich habe gemerkt, dass es immer noch so viel zu tun gibt, damit wir wirklich in der Lage sind, andere voll und ganz zu akzeptieren, so wie sie sind", schreibt Laura auf einem ihrer Instagram-Fotos. Und ihr Aufruf findet Gehör: Mittlerweile finden sich fast 3.000 Beiträge auf Instagram unter dem #Januhairy. Frauen aus der ganzen Welt schreiben Kommentare und posten Fotos. Mehr als 6.000 folgen dem Projekt bereits.

Dabei soll der Januhairy keine wütende Kampagne einer frustrierten Feministin gegen das Schönheitsdiktat sein, sondern "ein bestärkendes Projekt für alle, um besser zu verstehen, wie sie sich selbst und andere sehen."

Das Ziel der Kampagne: Body Positivity

Denn Januhairy gehört zu dem Projekt "Body Gossip" – eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür engagiert, dass junge Menschen ein gesundes Körperbild entwickeln und "Body Positivity" entwickeln. Und für dieses Charity-Projekt engagiert sich Laura Jackson mit ihrem #januhairy-Projekt. "Das hier ist keine wütende Kampagne gegen Menschen, die nicht in der Lage sind zu erkennen, wie normal Körperhaare sind ", schreibt Laura in einem ihrer Postings, "es ist ein Empowerment-Projekt, das uns allen dabei helfen soll zu verstehen, wie wir uns selbst und andere sehen." Laura, wir sind ganz bei dir!