2018 M10 12 - 17:32 Uhr

Kurzer, heftiger Rausch mit Langzeitfolgen?

Die britische "Sun" hat Videos veröffentlicht, auf denen Fußballer des FC Arsenal - unter anderem Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang - bei einer privaten Party eine Substanz aus einem Luftballon inhalieren. Dabei handelt es sich offenbar um "Hippy Crack", auch bekannt als Lachgas. Das ist in England legal. Aber wie gefährlich ist die angesagte Party-Droge eigentlich? Immer mehr Jugendliche greifen zu Lachgas. Hört sich vielleicht erstmal harmlos an, kann aber im schlimmsten Fall zum Tod führen. Das Lachgas – nicht zu verwechseln mit Helium, wie man es zum Beispiel von Kindergeburtstagen kennt – wird in einen Luftballon gefüllt und eingeatmet. Es soll zu einem kurzen, aber heftigen Rausch führen.  

Jeder achte Jugendliche hat schon mal Lachgas ausprobiert

Kommen wir erstmal zum Positiven: Laut einer Studie des "Centre for Drug Research" der Frankfurter Goethe-Universität rauchen, kiffen und trinken Jugendliche weniger als früher. Bei der Studie wurden etwa 1.000 Frankfurter Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren zu ihrem Drogenkonsum befragt. 17 Prozent der Befragten gaben an, dass sie noch nie geraucht, Alkohol getrunken oder harte Drogen genommen haben, 2002 waren es gerade mal vier Prozent.

Während im Vorjahr 63 Prozent der Jugendlichen noch Zigaretten oder Shisha geraucht haben, sind es in diesem Jahr nur noch 57 Prozent. Und auch der Cannabiskonsum sinkt. Nur 35 Prozent der Jugendlichen haben schon mal gekifft, 2015 waren es noch 43 Prozent. Während bei der ersten Erhebung 2002 sage und schreibe 94 Prozent der Jugendlichen schon mal Alkohol getrunken haben, waren es 2017 "nur noch" 74 Prozent.

Der Studie zu Folge konsumieren aber mehr Jugendliche Lachgas. In nur drei Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Demnach haben 12 Prozent der Jugendlichen schon mal Lachgas ausprobiert - doch viele wissen nicht, wie gefährlich das wirklich ist.

Was ist Lachgas und wie gefährlich ist es?

Lachgas ist nicht zu unterschätzen und fast überall erhältlich. Distickstoffmonoxid oder N₂O, so der wissenschaftliche Name, befindet sich in Kapseln zum Aufschäumen von Sahne. Es wird aber auch in Luftballons gefüllt und anschließend inhaliert. Die Wirkung hält von wenigen Sekunden bis zu drei Minuten an. Für kurze Zeit ist man benebelt und euphorisch, Geräusche und alle anderen Sinneseindrücke verstärken sich, der Konsument bekommt im ganzen Körper ein Kribbeln. Der Zustand wird als eine Art Hypnose oder Trance beschrieben.

Ein kurzer Rausch mit schlimmen Folgen: Neben der psychischen Abhängigkeit kommt es auch zu gefährlichen körperlichen Folgen. Da das Gas beim Einatmen den Sauerstoff im Körper verdrängt, kann es zu einem Sauerstoffmangel im Hirn kommen. Zudem wird das zentrale Nervensystem geschädigt, was zu Lähmungen und im schlimmsten Fall zu körperlichen Behinderungen führen kann.

Besonders gefährlich wird es, wenn bereits andere Drogen im Körper sind. In den letzen zwei Jahren sind in Dänemark schon zwei Personen an den Folgen gestorben. Das dänische Gesundheitsamt warnt deswegen vor Sahnekapseln, es wird sogar überlegt, eine Altersgrenze für den Verkauf von Sahnekapseln einzuführen.