5. Mai 2019 - 11:17 Uhr

Was ist eigentlich dieses Lachyoga?

Ohne Grund einfach drauf loslachen? Und das gleich eine Stunde lang? Klingt erst mal gewöhnungsbedürftig. Ist beim Lachyoga aber Konzept. "Lachen ist ansteckend" – das ist die Grundidee einer jeden Lachyoga-Stunde. Bringt man sich innerhalb einer Gruppe gegenseitig zum Lachen – auch erzwungen – verwandelt es sich dieses bald in reales Lachen wandeln. Und wenn man sich die glücklichen Gesichter im Video ansieht, scheint diese Idee definitiv aufzugehen. Man bekommt schon beim Zusehen gute Laune, oder?

Ich werf' dir ein Lächeln ins Gesicht

Hihihi! Und hahaha! Lachyogis lachen nicht, weil sie glücklich sind. Sondern sie sind glücklich, weil sie lachen. Die wichtigste Regel beim Lachyoga lautet: nicht zu Boden schauen, sondern den Blickkontakt halten. So werden die Spiegelneuronen angesprochen. Und dabei immer lächeln. Denn das ist ansteckend. Es gibt große Übungen wie die Lachdusche und kleine wie den Lächelwurf mitten ins Gesicht. Dabei greifen die Teilnehmer in ihre Hosentasche, packen das Lächeln in ihre Hand und werfen es sich zu. Im Video können Sie sehen, wie so eine Lachyoga-Stunde abläuft. Und wieviel Spaß sie scheinbar macht. 

Was so gewöhnungsbedürftig klingt und zunächst viel Überwindung kostet soll langsam an das Lachen heranführen und einen freieren Zugang zu dem eigenen Lachen schaffen.

Und Lachen ist bekanntermaßen extrem gesund: Lachen bringt mehr Sauerstoff in Körper und Gehirn, vertieft die Atmung und entspannt bei Stress und Traurigkeit. Es kann Depressionen und Krankheiten sowie Schmerzen mildern. Die ausgeschütteten Endorphine (Endogene Morphine) wirken sich positiv auf Geist und allgemeines Befinden aus.

Wer hat diesen Yogastil entwickelt?

Erfunden hat das Ganze -wen wundert's- ein Inder. "Lachen ohne Grund" lautet der Leitspruch von Dr. Madan Kataria. Der indische Arzt  und Yogalehrer aus Mumbai begann schon in den frühen 1990er damit, Menschen zu Lachyogastunden einzuladen. Oft waren es ältere Personen, die sich in Parks trafen. Dr. Madan Kataria und seine Frau, beide aktiv praktizierende Yogis, stellten fest, dass Lachen oft ähnliche Effekte wie die Atemtechniken im Yoga bewirkten. So kombinierten sie die Techniken mit den Lachübungen.

Das Ziel: Das Lachen, das anfangs künstlich wirkt, soll so nach und nach in echtes Lachen übergehen. Es handelt sich also um ein Training mit dem Ziel, selbst in der Lage zu sein, die eigene Stimmung schnell zu heben und glücklich zu sein.

Lachen ist eine universelle Sprache, die wir alle sprechen

Und die Methode findet weltweit Anklang. Lachyoga hat schnell die Welt erobert und wird in weit über 100 Ländern der Welt in tausenden von Lachclubs praktiziert. Dabei werden nicht nur Gelassenheit und Kreativität gefördert, sondern im besten Fall auch eine lang anhaltende positive Grundstimmung, die die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.Klingt nicht schlecht, oder?

Übrigens: An jedem ersten Sonntag im Mai feiert die Lachyoga-Bewegung den Weltlachtag. Um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen sich Lachyoga-Freunde auf der ganzen Welt, um für eine Minute ein globales Gelächter für den Weltfrieden in den Himmel zu schicken. Denn Lachen ist eine universelle Sprache, die wir alle sprechen. Und alle verstehen.