Viele davon waren minderjährig

Französischer Chirurg soll über 200 Patienten missbraucht haben

Symbol-Bild "Unter Narkose"
Symbol-Bild "Unter Narkose"
© dpa

18. November 2019 - 15:57 Uhr

Minderjährige unter den Opfern

Dieser Fall könnte ein noch größeres Ausmaß haben, als bisher gedacht: Im französischen La Rochelle soll ein Chirurg jahrelang Patienten unter Narkose missbraucht haben - unter ihnen auch zahlreiche Minderjährige.

Chirurg bereits in Untersuchungshaft

Wie der Staatsanwalt Laurent Zuchowicz heute mitteilte, seien bereits 250 mögliche Opfer des Arztes ermittelt worden: 209 von ihnen seien bereits befragt worden, 184 planten, eine Klage einzureichen. Besonders perfide: 181 der möglichen Opfer sollen zur Tatzeit minderjährig gewesen sein.

Aufgrund von früheren Ermittlungen wegen Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen befindet sich der Mann schon seit Mai 2017 in Untersuchungshaft. Im März muss er sich laut Staatsanwaltschaft vor Gericht im Département Charente-Maritime verantworten.

Bereits Anfang Oktober sei eine Voruntersuchung eingeleitet worden, um weitere potenzielle Opfer des Chirurgen zu finden, berichtete der Nachrichtensender "Franceinfo".

Arzt soll Namen und Sex-Praktiken im Notizbuch festgehalten haben

In einem 2017 bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Notizbuch habe der Arzt Namen und ausgeführte sexuelle Praktiken festgehalten, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Verteidigung des Chirurgen beharrte demnach darauf, dass es sich bei dem Niedergeschriebenen lediglich um Fantasien handele. Die Notizen brachten die Ermittler nun auf die Spur weiterer möglicher Opfer.

Die Taten ereigneten sich laut Staatsanwaltschaft zwischen 1989 und 2017 in der Bretagne, wo der Arzt in verschiedenen Orten tätig war.