LA: Mordprozess gegen 'falschen Rockefeller' aus Deutschland

16. August 2013 - 7:48 Uhr

Angeklagter gab sich als reicher Erbe aus

In Kalifornien hat der Mordprozess gegen den deutschen Hochstapler Karl Gerhatsreiter begonnen, der über Jahre unter falschem Namen in den USA gelebt und zwei Menschen getötet haben soll.

In seinem Eröffnungsplädoyer bezeichnete der Staatsanwalt in Los Angeles den Angeklagten als kaltblütigen Mörder. Der 52-Jährige wurde in den USA als 'der falsche Rockefeller' bekannt, nachdem er sich 15 Jahre lang als Erbe der legendären Unternehmer-Dynastie, Clark Rockefeller, ausgegeben hatte. 2011 war er angeklagt worden, vor 28 Jahren den Sohn seiner Vermieterin getötet zu haben.

Der Anwalt des Angeklagten räumte ein, dass sein Mandant ein "seltsamer, ein komischer Kerl", sei. Aber viel mehr als sein merkwürdiges Verhalten könne man dem Deutschen nicht vorwerfen, zitiert die 'Los Angeles Daily News' aus der Rede des Verteidigers.

In den 80er Jahren lebte der Angeklagte unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Der Sohn der Vermieterin, Johus (28), und seine Frau Linda waren 1985 spurlos verschwunden. Neun Jahre später fanden Bauarbeiter die Leiche des Mannes im Garten seiner Eltern. Von der Frau fehlt bis heute jede Spur.

An der Ostküste abgetaucht

Laut der Anklage habe der gebürtige Bayer Gerhatsreiter in Kalifornien mit falscher Identität Zugang zu reicheren Kreisen gesucht. Nach dem Verschwinden des Paares soll er abgetaucht sein und ein neues Leben an der Ostküste der USA begonnen haben.

2008 verurteilte ein Bostoner Gericht den Deutschen zu vier Jahren Haft, weil er seine siebenjährige Tochter nach einem Sorgerechtsstreit entführt hatte. So geriet der 'falsche Rockefeller' erneut ins Visier der Behörden.