Er plant die Flasche, nach Prozessende zu trinken

Kurz vor Urteil gegen Drogenboss: El Chapos Anwalt twittert Tequila-Pistole

06. Februar 2019 - 23:24 Uhr

Das Urteil kann jederzeit fallen

Der Strafprozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán neigt sich dem Ende. In Kürze soll das Urteil verkündet werden. Doch dieser Tweet von seinem Anwalt Eduardo Balarezo sorgt derzeit für Aufregung im Netz. Eine Tequila-Flasche in Pistolenform - eine Sonderedition für umgerechnet 30 Euro. Laut Hashtag plant er, die nach Prozessende zu trinken. Ein fragwürdiger Post, wenn man bedenkt, wie viele Menschen sein Klient auf dem Gewissen haben soll.

56 Zeugen haben ausgesagt

Wie erdrückend die Beweislast ist, das müssen derzeit die zwölf Juroren beurteilen. In drei Monaten haben 56 Zeugen in insgesamt 200 Stunden Interviews ausgesagt. Außerdem gibt es hunderte Beweismittel – von einer mit Diamanten besetzten Pistole bis hin zu kiloweise Kokain. Kurz vor der Urteilsverkündung waren zuletzt neue Details ans Licht gekommen: Zeugen berichten übereinstimmend, Guzmán habe Sex mit Minderjährigen gehabt.

Der mexikanische Drogenboss ist in zehn Punkten angeklagt: von organisiertem Verbrechen über Geldwäsche bis hin zu Mord. Ihm droht lebenslange Haft in einem Staatssicherheitsgefängnis in Colorado ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung, sofern ihn die Jury in den Hauptanklagepunkten einstimmig schuldig spricht.

Fragt sich nur: Wird El Chapos Anwalt mit seinem Tequila feiern oder in ihm seinen Kummer ertränken? Vor dem Gericht in Brooklyn warten derzeit Journalisten aus aller Welt auf das Urteil.