2018 M10 17 - 22:06 Uhr

Nur noch 34 Prozent würden für den Brexit stimmen

Bis Großbritannien aus der Europäischen Union austreten will, bleiben nur noch wenige Monate. Und die Stimmung im Land scheint zu kippen. Müssten die Bürger jetzt noch einmal über den Brexit abstimmen, würden 51 Prozent der Briten ihre Stimmer für den Verbleib in der EU abgeben. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Europaparlaments. Nur noch 34 Prozent der Befragten waren für den Austritt.

Was passiert am 29. März 2019?

Mehr als die Hälfte der Briten hält die Brexit-Entscheidung inzwischen für falsch. Trotzdem gehen die zähen Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien weiter. Die große Frage ist: Was passiert am 29. März 2019? An dem Stichtag will Großbritannien die EU verlassen.

Doch bisher ist noch nichts geregelt. Die Unterhändler versuchen noch, ein Abkommen zu vereinbaren, dass den chaotischen Bruch an dem Tag verhindert.

Eigentlich sollte auf den EU-Gipfel am 17. Oktober der grobe Brexit-Fahrplan bereits stehen. Doch auch bei diesem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel wird es wohl keine Einigung geben. Die Fronten sind verhärtet. "Die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten, harten Brexit steigt täglich", warnte Grünen-Europachef Reinhard Bütikofer.

Bekommt Großbritannien noch ein bisschen Aufschub?

Gefahr vor ungeregeltem Brexit wächst
Wenn Großbritannien von heute auf morgen aus der EU austritt, droht Chaos.
© REUTERS, HENRY NICHOLLS, HTN/AW

Was wird aus den Handelsbeziehungen zwischen EU und Großbritannien? Bleiben die Briten in der Zollunion? Was passiert mit der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland? All diese Fragen sind noch völlig offen. Würde Großbritannien von heute auf morgen aus der EU austreten, drohen dramatische Folgen. Der Flugverkehr könnte erst mal zusammenbrechen. An den Grenzen gäbe es dann wahrscheinlich Kontrollen und Millionen von EU-Bürgern, die in Großbritannien leben und Briten, die in der EU wohnen und arbeiten, würden in völlige Ungewissheit schlittern.

Die EU-Kommission hat Großbritannien inzwischen eine längere Übergangsphase angeboten, um Chaos nach dem Austritt zu vermeiden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Financial Times". In dieser Phase, die bis Ende 2021 dauern könnte, soll sich für Unternehmen und Bürger erst einmal nichts ändern. Die britische Premierministerin Theresa May müsse im Gegenzug aber Zugeständnisse im Streit um die irische Grenze machen. Bisher wollte die EU nur eine Übergangsfrist bis Ende 2020 zulassen.

Deutsche sind von der EU überzeugt

Während die Stimmung in Großbritannien sehr gespalten ist, halten die Deutschen die Europäische Union dagegen überwiegend für eine gute Sache. 81 Prozent der Befragten hatten ein positives Bild von der EU, wie die Umfrage ergab. Der EU-Durschnitt liegt bei 62 Prozent. Nur in Italien und Tschechien würden die Menschen im Moment nicht mehrheitlich für den Verbleib in der EU stimmen.