Kurioses Manöver: Frachtschiff absichtlich auf Grund gesetzt

05. Januar 2015 - 20:14 Uhr

Wurde eine größere Katastrophe verhindert?

Ein vor der britischen Südküste auf Grund gelaufener Auto-Frachter wird zunehmend zur Attraktion für Schaulustige und Touristen. Das 180 Meter lange Schiff 'Höegh Osaka' war auf dem Weg nach Bremerhaven und ist in der Meerenge zwischen der Isle of Wight und dem britischen Festland auf einer Sandbank aufgelaufen, wo es nun mit deutlicher Schlagseite von der Küste aus zu bestaunen ist.

Schaulustige begutachten Frachter 'Höegh Osaka'
Schaulustige begutachten das vor Englands Küste auf Grund gelaufene Frachtschiff.
© REUTERS, PETER NICHOLLS

Das Kuriose an dem Vorfall: Die Besatzung hat den Frachter offenbar absichtlich aus der Fahrrinne gelenkt und auf Grund laufen lassen. Grund dafür war laut Betreiberfirma 'Höegh Autoliners', dass sich das Transportschiff bereits kurz nach der Abfahrt in Southampton aus unbekannten Gründen gefährlich zur Seite geneigt habe. Möglicherweise war dieses unkonventionelle Manöver die letzte Chance, eine größere Katastrophe zu verhindern.

Experten beraten über Möglichkeiten zur Bergung

Rettungskräfte hatten über Nacht alle 25 Besatzungsmitglieder per Hubschrauber und Rettungsboot in Sicherheit bringen können. Der Schiffsverkehr werde durch den gestrandeten Auto-Frachter nicht behindert und das Wasser nicht verschmutzt, erklärte die Küstenwache. Unterdessen teilte die örtliche Polizei per Facebook mit, dass die Parkplätze an der Küste nahe der Unglücksstelle ziemlich voll seien, weil das riesige, schief im Wasser hängende Schiff so viele Menschen anziehe.

Inzwischen arbeiten Experten an einem Plan zur Bergung der 'Höegh Osaka'. Ein Team sei an Bord und versuche zu ermitteln, wie das 51.000 Tonnen schwere Schiff am besten zu bewegen sei. "Im Moment haben wir noch keine Ahnung", so ein Sprecher der Betreiberfirma.