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Kurioser BGH-Prozess: Marlies Krämer kämpft gegen die Sparkasse für die weibliche Anrede

Rentnerin verklagt Sparkasse
Rentnerin verklagt Sparkasse Es geht um die weibliche Anrede 00:25

80-Jährige zerrt Bank vor Gericht

Dieser Prozess ist mal echt kurios: Eine 80-Jährige Rentnerin möchte die Sparkasse Saarbrücken verpflichten, sie (aus ihrer Sicht) "vernünftig" anzureden. Vernünftig meint im Fall von Marlies Krämer: weiblich. Konkret heißt das: die Sparkasse soll verpflichtet werden, in ihren Formularen nicht ausschließlich von "Kunden" und "Kontoinhaber" zu sprechen (also männliche Anrede), sondern auch von Kontoinhaberinnen und Kundinnen. Jetzt beschäftigt sich sogar der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall.

Kampf gegen Geschlechterklischees

Marlies Krämer ist das "generische Maskulinum", wie es in der Fachsprache heißt, ein Dorn im Auge. Also die verallgemeinernde Sprachform, die grammatikalisch männlich ist. Das möchte sie sich nicht mehr bieten lassen. Schon in der Vergangenheit war sie engagierte Kämpferin für Frauenrechte. Unter anderem sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs, die bis dahin nur als Namensgeber für Tiefdruckgebiete herhalten durften. Dafür geht die 80-Jährige jetzt in ihrem Kampf gegen die Sparkasse sogar durch die Instanzen.

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Bisher zwei Mal gescheitert

Die Sparkasse lehnt den Vorstoß von Marlies Krämer ab. Begründung: schwierige Texte würden so noch schwieriger für den Kunden, pardon, die Kundin, zu lesen. Seit 2000 Jahren werde das "generische Maskulinum" anerkannt verwendet. Und nach Anerkennung des dritten Geschlechts durch das Bundesverfassungsgericht sei die Diskussion über männlich-weibliche Schreibweise ohnehin überholt. Zwei Gerichte, das Amts- und das Landesgericht Saarbrücken, sahen das ebenso und wiesen die Klage von Marlies Krämer ab. Jetzt soll das BGH entscheiden. Prognose: Völlig offen.

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