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Kurden-Demos in NRW eskalieren: Mann wird mit Messerstich verletzt

Sogar Jugendliche beteiligt

Kurden-Demos in NRW eskalieren: Mann wird mit Messerstich verletzt

Verletzte bei Kurden-Demos Demos im Ruhrgebiet
00:44 min
Demos im Ruhrgebiet
Verletzte bei Kurden-Demos

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In Lüdenscheid wird einem Mann mit einem Messer in den Rücken gestochen

Polizisten in Bottrop wollen bei einer Demo Kurden und Türken auf Abstand halten, werden dabei aber verletzt. In Lüdenscheid endete eine Mahnwache mit einem Stich in den Rücken eines Mannes. Am Morgen danach wird klar: In Bottrop mischten sogar Jugendliche mit.

Unbekannter Messerstecher weiter auf der Flucht

Dieses Videostandbild zeigt Menschen, die gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien demonstrieren.
Ausschreitungen bei Kurden-Demo in Bottrop
fgj, dpa, -

Nach eskalierten Demonstrationen von Kurden in Bottrop und Lüdenscheid gehen die Ermittlungen wegen verletzten Polizisten und einem niedergestochenen Mann weiter. Im Fall des türkischstämmigen Deutschen, der in Lüdenscheid am späten Mittwochnachmittag bei einer Mahnwache in den Rücken gestochen worden war, ist der unbekannte Täter weiter auf der Flucht. In Bottrop nahm die Polizei unter anderem die Personalien eines 13-Jährigen auf, der bei dem Tumult auffällig wurde.

Der 50-jährige Verletzte wurde laut Polizei am Abend bereits erstmals im Krankenhaus befragt. Eine Mordkommission und der Staatsschutz ermitteln.

Polizisten wurden mit Steinen beworfen

In Bottrop hatten Polizisten am Mittwochabend Steine abbekommen, als sie eine Gruppe von 150 bis 200 Teilnehmern einer kurdischen Demo und einer etwa gleich großen Gruppe mit türkischem Hintergrund auf Abstand halten wollten. Die ersten Steine seien aus dem türkischen Lager Richtung Kurden-Demo geflogen, danach aber auch zurück, so eine Polizeisprecherin am Morgen. „Unsere Kollegen standen mittendrin und hielten sprichwörtlich ihre Köpfe hin“, sagte sie.

  • Insgesamt fünf Polizisten wurden nach offiziellen Angaben leicht verletzt.
  • Ein Beamter musste im Krankenhaus behandelt werden.
  • Mehrere Streifenwagen wurden durch Steine beschädigt.
  • Fünf Personen wurden als Tatverdächtige nach Körperverletzungen festgenommen.
  • Die Personalien von weiteren elf Männern festgestellt.
  • Unter den Verdächtigen waren mehrere Jugendliche, darunter der 13-Jährige sowie ein 17-Jähriger.

Der Tumult hatte sich nach einer angemeldeten pro-kurdischen Demonstration mit zunächst 50 Teilnehmern entwickelt. Laut Polizei störten „Personen mit türkischem Hintergrund“ die Versammlung, die nach 45 Minuten abgebrochen wurde. Danach wuchsen beide Gruppen jeweils auf 150 bis 200 Personen an. Die Polizei - die ohnehin in großer Stärke vor Ort war - setzte auch noch einen Hubschrauber ein. Gegen 22.30 Uhr hatte sich die Situation aufgelöst.