Kunsthistoriker Warnke im Alter von 82 Jahren gestorben

12. Dezember 2019 - 12:51 Uhr

Der Kunsthistoriker Prof. Martin Warnke ist am Mittwoch im Alter von 82 Jahren in Halle (Sachsen-Anhalt) gestorben. Das teilte die Hamburger Kulturbehörde am Donnerstag mit. "Martin Warnke hat mit überaus großem Wissen und Leichtigkeit Kunst (...) interpretiert und Titanen der Kunstgeschichte geschüttelt, bis er selber einer war", sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Die Kulturstadt Hamburg werde sein Werk und Wirken in Ehren halten.

Warnke lehrte von 1979 bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2003 an der Universität Hamburg. Zuvor war er Professor für Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Herausragend waren unter anderem seine Berichte für die "Stuttgarter Zeitung" über die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt am Main und sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunstgeschichte, in der er sich immer für einen neuen, auch sozialgeschichtlich geprägten Blick einsetzte, hieß es.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sagte: "Als Professor an der Universität Hamburg und Leiter des Warburg Hauses, dessen Erwerb und Nutzung auf seine Initiative zurückgeht, hat er den wissenschaftlichen und kulturellen Diskurs weit über Hamburg hinaus geprägt und immer wieder bahnbrechend Neues gedacht und geschaffen."

1990 wurde Warnke mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft geehrt, im Jahr 2012 erhielt er den Aby-M.-Warburg-Preis der Stadt Hamburg. Mit der Forschungsstelle für Politische Ikonographie habe er das Warburg-Haus in Hamburg mit neuem wissenschaftlichem Geist erfüllt.

Quelle: DPA