Symbolträchtiger Ort

Kundgebung in Bergisch Gladbach: Hier sprechen Missbrauchsopfer

13. Juli 2020 - 18:22 Uhr

Video: Betroffene berichten von ihrem Schicksal

Bergisch Gladbach ist zu trauriger Berühmtheit gelangt, ebenso wie Münster und Lügde. Die Stadt steht für einen Missbrauchsskandal gewaltigen Ausmaßes. Am Wochenende riefen mehrere Organisationen zu einer Kundgebung auf. Einer der Initiatoren ist der Verein Tour41. Deren Vorsitzender Markus Diekmann wurde als Kind selbst missbraucht. In unserem Video berichten er und andere Opfer von ihrem Schicksal.

Verein fordert: Verjähriungsfrist soll weg

Markus Diegmann (Foto: rtl)
Markus Diegmann

Ein wesentliches Ziel von Tour41 und Verbündeten ist die Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch an Kindern. Viele Betroffene bräuchten jahrelang, um das Geschehen zu verarbeiten. Oft haben sie erst als Erwachsene die Kraft, Anzeige zu erstatten.  Deswegen sei die Verjährungsfrist ein nicht hinnehmbares Hindernis, so Diekmann.

Das führe dazu, dass Betroffene keine Handhabe mehr hätten. Ermittlungsbehörden seien ohne rechtliche Grundlage handlungsunfähig. Schlimme Konsequenz: Die Täter können unbehelligt weitermachen. Um die Verjährungsfrist abzuschaffen, hat der Verein ein Online-Petition eingerichtet, die bis zum 13. Juli bereits 408.000 Menschen unterzeichnet haben.

Fakten und Hintergründe zu den Missbrauchsfällen Münster, Bergisch Gladbach und Lügde

 Nordrhein-Westfalen, Lügde: Auf dem Campingplatz Eichwald, in der inzwischen eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters, hängt vor dem versiegelten Campingwagen eine Banderole mit der Aufschrift: "Polizeiabsperrung".
Der Campingwagen aus Lügde wurde zum Symbol eines erschütternden Missbrauchskomplexes..
© dpa, Guido Kirchner, gki htf jol