Kultusminister: Ferien für Schüler und Lehrer bitter nötig

Niedersachsen will Ferien nicht verschieben

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will die Ferien nicht verschieben.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will die Ferien nicht verschieben.
© dpa, Patrick Pleul

25. Januar 2021 - 7:00 Uhr

Zeitplan bleibt (erstmal) bestehen

Die Schulferien in Niedersachsen sollen trotz der Corona-Einschränkungen nicht verschoben werden. Aber: "In so einer verrückten Zeit ist man gut beraten, nichts grundsätzlich auszuschließen. Unser Ziel ist aber so viel Verlässlichkeit wie möglich. Dazu gehören die Ferienzeiten", so Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Auch die Prüfungen sollen wie festgelegt stattfinden.

Tonne: Distanzunterricht ist auch stressig

Die Ferien seien "für die Lehrer bitter nötig, aber auch für die Schüler", betonte Tonne. Auch wenn der Großteil der Schüler derzeit zu Hause unterrichtet wird, sei der Distanzunterricht nicht mit Ferien gleichzusetzen. "Das ist jetzt teilweise stressiger, als wenn sie zur Schule gehen würden", sagte der Minister. "Mein Appell ist deshalb, nicht leichtfertig zu sagen, die waren doch zu Hause, die brauchen jetzt keine Ferien. Doch, die brauchen sie dringend." Niedersachsen hat zwei Tage Halbjahresferien am 1. und 2. Februar, Osterferien vom 29. März bis 9. April sowie Ferientage am 14. und 25. Mai. Die Sommerferien beginnen am 22. Juli.

Zu früh für Debatte über Absage von Prüfungen

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält an den Ferien in Niedersachsen fest.
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält an den Ferien und Abschlussprüfungen in Niedersachsen fest.
© imago images/Joachim Sielski, Joachim Sielski via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auch an den Terminen für die Abschlussprüfungen hält die Landesregierung bisher fest. "Eine Absage der Prüfungen halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Das ist eine Debatte zur Unzeit", sagte Tonne. "Die Schüler haben Anspruch auf eine faire Prüfung." Der Schulleitungsverband Niedersachsen hatte Mitte Januar gefordert, die Prüfungen abzusagen und auch auf das Sitzenbleiben zu verzichten. Insbesondere bei den Lehrern stieß der Vorschlag allerdings auf Widerstand. Die Lehrer warnten vor "Notabschlüssen", denen es bundesweit an Anerkennung mangeln könne.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Prüfungsverschiebungen aber noch nicht ausgeschlossen

Eine Verschiebung der Abiturprüfungen sei "unwahrscheinlich, weil das nur wenige zusätzliche Tage bringen würde", sagte der Kultusminister nun. "Ob es zu Verschiebungen bei den mittleren Abschlüssen kommt, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden."

Tonne betonte, dass das Land es bereits ermöglicht habe, Inhalte, die nicht im Unterricht behandelt worden seien, von den Prüfungen auszunehmen. "Die Schulen erhalten auch bei den zentralen Prüfungen eine größere Auswahl bei den Aufgaben", versicherte der SPD-Politiker.

Für ein "Abschlussprüfungspuzzle" mit mehr Auswahlmöglichkeiten für die Lehrer hatte auch der Landesschülerrat geworben. "Die Lehrer wissen am besten, was ihre Schüler verpasst haben oder nicht", sagte der Vorsitzende Florian Reetz vor einigen Tagen.


Quelle: DPA / RTL.de