Erfunden von einem Deutschen

Ein Hauch von Punk: Schuhhersteller Dr. Martens stiefelt aufs Parkett

Kult-Schuhmarke: Dr. Martens geht an die Börse.
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26. Januar 2021 - 13:47 Uhr

Dr. Martens: In großen Schritten an die Börse

Nach über 60 Jahren Firmengeschichte will die britische Trend-Schuhmarke Dr. Martens einen nächsten großen Schritt in ihrer Firmengeschichte machen: In wenigen Tagen will der Schuhhersteller an die Börse gehen. Damit will Dr. Martens weiter auf der Erfolgswelle reiten, die vor mehr als einem halben Jahrhundert von einem deutschen Arzt ins Rollen gebracht worden ist.

Vom Punker-Schuh zum Mode-Must-have

Als der Gitarrist und Sänger Pete Townshend von "The Who", einer der bekanntesten Punk-Bands Englands, in den 1960er Jahren das erste Mal in den markanten Stiefeln mit den gelben Nähten auftrat, ahnte wohl niemand, dass er damit einen echten Mode-Trend los getreten hatte. Denn kurz darauf waren es vor allem die britischen Punks und die Jugendlichen, die ihrem Idol nacheiferten und die Schuhgeschäfte Englands auf der Suche nach Dr. Martens abklapperten. Damals waren die "Docs"* Ausdruck von Anarchie und Ablehnung des Establishments.

Heute ist der markante Lederstiefel längst erwachsen und braver geworden. Vorbei die Zeiten, in denen Dr. Martens ausschließlich von rebellischen Punkern als Mittel der Abgrenzung getragen worden sind. Mittlerweile ist aus dem Punker-Schuh ein echtes Mode-Must-Have geworden. Influencer*innnen, Blogger*innen und Designer haben den Kult-Schuh längst aus dem Nischendasein befreit und Alltagstauglich gemacht.

Erster Börsengang in London

Wie groß die Schritte sind, die Dr.Martens mittlerweile geht, zeigt sich beim Blick auf den Umsatz. Im Geschäftsjahr 2019/20 lag dieser bei 672 Millionen Euro. Nachdem es viele Jahre für Dr.Martens eher in Trippelschritten voran ging, konnte der Schuhhersteller aus England seinen Umsatz in den vergangenen Jahren um bis zu 30 Prozent steigern. Maßgeblich verantwortlich zeichnet sich dafür der Finanzinvestor Permira. 2013 hatten die Investoren Dr.Martens gerade einmal für 380 Millionen Euro gekauft. Wegen einer Internationalisierungs-Strategie konnte Dr. Martens wieder auf die Erfolgsspur gebracht werden. Die "Docs" haben dank der Finanzinvestoren wieder laufen gelernt und marschieren jetzt an die Londoner Börse.

Deutscher Arzt ebnete den Weg für Dr.Martens

Was viele Besitzer von "Docs" wohl nicht wissen: Ohne einen deutschen Militärarzt würde es die populären Stiefel nicht geben. Denn kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs entwickelte Klaus Märtens die heute berühmten Stiefel. Er wollte einen stabilen und vor allem bequemen Arbeitsschuh herstellen.1947 begann er mit der Produktion erster Modelle und nutzte unter anderem für die dicke Gummisohle Reste alter Uniformen. Im Laufe der 1950er Jahre produzierte Märtens mit einem alten Studienkollegen immer mehr Modelle und eröffnete schon bald eine Fabrik in der Nähe von München, ehe sie die Produktionslizenz an eine große britische Schuh-Firma verkauften.

Dank der Produktion in England wurde auch der Sänger von "The Who" auf die Schuhe aufmerksam. "Ihre Robustheit und Flexibilität machten sie perfekt für die sportlichen Routinen, die ich auf der Bühne absolvierte", lobte Pete Townshend die Stiefel mal in einem Interview. Townshend war regelrecht verliebt in seine "Docs": "Es gab manchmal ein paar Dinge, die ich mit ins Bett nahm. Eine Flasche Cognac auf der einen Seite und einen Dr. Martens Stiefel auf der anderen". So wie ihm damals geht es heute wahrscheinlich vielen Besitzern von Dr.Martens. Unter dem Hashtag #drmartenslove posten Schuhliebhaber bei Instagram die schönsten Bilder ihrer Stiefel und zeigen damit, wie verliebt sie in ihre "Docs" sind.

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