Künzelsau: Siebenjähriger wurde erwürgt - Gewaltspuren am Hals entdeckt

30. April 2018 - 13:23 Uhr

Junge war wohl schon tot, als er in die Badewanne gelegt wurde

Der sieben Jahre alte Junge, der in Künzelsau tot im Haus seiner Babysitterin entdeckt wurde, ist offenbar erwürgt worden. Am Samstagmorgen war das Kind vom eigenen Vater leblos in einer Badewanne entdeckt worden. Es hatte Würgemale am Hals und war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon tot, als es in die Badewanne gelegt wurde. 

Es bestand ein Vertrauensverhältnis

Der Junge hatte, wie schon oft, bei einer 69 Jahre alten Bekannten der Familie übernachtet. Als die Eltern ihn abholen wollten, machte zunächst niemand auf. Die Pflegeoma war nicht vor Ort. Mit Hilfe eines Nachbarn, der einen Schlüssel zum Haus besaß, kamen sie in das Einfamilienhaus und machten die furchtbare Entdeckung. Die 69-Jährige wurde am Samstagabend festgenommen. Am Sonntag kam sie in Untersuchungshaft.

Der Familie sei die Tat ein Rätsel, heißt es in Polizeikreisen. Das Verhältnis zur Pflegeoma war sehr herzlich. Seit fünf Jahren übernachtete das Kind immer mal wieder dort, ging gerne hin. Es bestand ein großes Vertrauensverhältnis.

Die Kindersitterin sitzt mittlerweile wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heilbronn vom Montag ist die 69-Jährige derzeit die einzige Verdächtige.

Der Bürgermeister von Künzelsau, Stefan Neumann, sprach der Familie sein Beileid aus. "Über den Tod des siebenjährigen Jungen aus Künzelsau sind wir zutiefst bestürzt", sagte Neumann. "Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie." Er bat um Verständnis dafür, dass er keine weiteren Angaben und Informationen geben könne.