Profi-Boxer küsste Reporterin beim Interview

Kubrat Pulev: Kurse gegen sexuelle Belästigung oder Boxverbot

Profi-Boxer Kubrat Pulev küsst TV-Moderatorin Jennifer Sushe vor der Kamera
Profi-Boxer Kubrat Pulev küsst TV-Moderatorin Jennifer Sushe vor der Kamera
© Twitter/NBT Boxing

15. Mai 2019 - 15:43 Uhr

Athleten-Kommission bestraft Pulev für Kuss-Attacke

Vielleicht hat Wladimir Klitschko dem Bulgaren Kubrat Pulev im November 2014 ja derart eine auf die Murmel gezimmert, dass beim Schwergewichtler ab und an der Verstand aussetzt. Oder wie sonst soll man Pulevs Verhalten nach seinem letzten Kampf in den USA erklären? Beim Ring-Interview küsste er eine Reporterin einfach auf den Mund. Dafür muss der Boxer jetzt büßen.

Unerwünschter Kuss während TV-Interview

Pulev hatte nach seinem Sieg über den Rumänen Bogdan Dinu am 23. März in Costa Mesa (nahe Los Angeles) der Reporterin Jennifer Sushe während eines Interview plötzlich einen Kuss auf die Lippen gedrückt. Sushe beschuldigte Pulev zudem, ihren Po begrapscht zu haben.

Pulev muss zahlen und Kurse gegen sexuelle Belästigung besuchen

Die California State Athletic Commission sperrte Pulev – Kampfname: 'Die Kobra' – jetzt für sein Verhalten bis Juli. Außerdem muss er eine Strafe von rund 2.200 Euro zahlen und an mehreren Kursen zur Vorbeugung sexueller Belästigung teilnehmen.

Schwänzt er diese, darf der Boxer – zumindest in Kalifornien – nicht mehr in den Ring steigen.

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Pulev entschuldigt sich bei Anhörung

Zur Anhörung vor der Athleten-Kommission tauchte Pulev zusammen mit seiner Freundin Andrea auf, die in Bulgarien ein Popstar ist. Sie versteckte ihr Gesicht hinter einer großen, schwarzen Sonnenbrille, er entschuldigte sich brav.

Seine Anwälte argumentieren, Pulev habe nach seinem K.o.-Sieg im Überschwang der Gefühle kurz die Sinne verloren und die Reporterin ohne böse Hintergedanken geküsst.

Im Video: So haute Wladimir Klitschko die 'Kobra' um

Das Kuss-Opfer sieht das freilich anders. "Seine Handlung war ekelhaft. Keine Frau sollte so behandelt werden. Wir waren keine Freunde, hatten keine romantische Beziehung, er hatte kein Recht, mich zu küssen", hatte Jennifer Sushe schon wenige Tage nach dem Vorfall gesagt.

Rechtlich dürfte der Fall für Pulev nach der Entscheidung der Athleten-Kommission noch nicht gegessen sein. Sushe hat sich Star-Anwältin Gloria Allred anvertraut, die Frauen seit mehr als 40 Jahren in Fällen sexueller Belästigung vertritt.

Pulev ist in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, weil er 2014 in Hamburg den damaligen Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko herausforderte. Die Kobra ging damals in der 5. Runde nach einem linken Klitschko-Haken schwer k.o.