Karibikurlaub wieder möglich

Kubaurlaub: Das kommunistiche Land öffnet wieder für Touristen

So leer ist es derzeit noch auf den Straßen von Havanna
© dpa, Ramon Espinosa, RE pat

09. November 2020 - 12:04 Uhr

Leere Strände und kein Massentourismus in Havanna

Havanna öffnet demnächst wieder für Touristen. Wir waren vorab dort und haben erste Eindrücke gesammelt.

Havanna wie leergefegt

31.08.2020, Kuba, Havanna: Ein Mann geht vor dem Kapitol von Havanna. Wegen einer Zunahme neuer Corona-Fälle wird in Havanna vom 1. bis zunächst zum 15. September eine Ausgangssperre zwischen 19 und 5 Uhr verhängt. Foto: Guillermo Nova/dpa +++ dpa-Bi
Auf den Stufen des Kapitols türmen sich sonst Touristen. Das Coronavirus schafft ein ganz anderes Bild.
© dpa, Guillermo Nova, vco

Auf der Fahrt nach Havanna löst ein Postkartenmotiv das nächste ab: Alte, bunte Häuser und Villen, Menschen, auf dem Rücken eines Pferdes oder in einer Kutsche, Kinder, die am Straßenrand Fußball spielen, und wuchtige Oldtimerschlitten in den verschiedensten Farben. Bilder, die charakteristisch für Kuba sind. Havanna selbst wirkt nicht wie eine Touristenmetropole. Auf den Stufen des Kapitols, dem Sitz der kubanischen Legislative, wo sich noch vor Corona die Touristen stapelten, steht man beinah alleine. Vielleicht gerade jetzt ist die richtige Zeit für einen Besuch, denn nicht überlaufen, wird die besondere Energie und Atmosphäre der Stadt spürbarer. Diese Woche soll die kubanische Hauptstadt Touristen wieder empfangen.

So läuft die Einreise und die Ankunft in den Hotels ab.

Wie Kuba der Coronakrise die Stirn bietet

Frau in gelber Bluse
Silvia ist unsere Reiseleiterin und kann uns einige Fragen zum Coronavirus auf Kuba beantworten
© RTL

Hier treffen wir Silvia García, Reiseleiterin von Kubatourismus. Sie erzählt uns von der erschwerten, letzten Zeit auf Kuba: "Die Situation in den letzten Wochen war sehr, sehr schwierig. Aber durch die Hygienemaßnahmen ist es viel besser geworden. Wir hatten 30, 40 Kranke pro Tag und in den letzten Wochen nur noch mal zwei, mal drei. Trotzdem wird den Leuten gesagt aufzupassen und sie passen auf, weil sie wissen, das Wichtigste ist die Gesundheit". Diese positive Entwicklung begründet die Reiseleiterin nicht nur mit dem guten Gesundheitssystem auf Kuba, sondern auch mit dem Verhalten jedes Einzelnen: "Wir Kubaner haben eine große Einheit zwischen uns. Man ist zuhause geblieben, haben uns untereinander geholfen und dafür gesorgt, dass alle etwas zu essen bekommen".

Das Coronavirus ist dennoch eine große Herausforderung für das Land

Straßenpromenade mit Palmen
Es ist kaum was los auf den Straßen von Havanna
© RTL

Dennoch stellt der ausbleibende Tourismus Regierung und Bevölkerung der Karibikinsel vor Schwierigkeiten. Damit Kuba als sicheres Reiseziel in Frage kommt, werden die Hygienemaßnahmen sehr ernst genommen: "Man muss eine Maske benutzen und sich ständig die Hände waschen. Das wird jeden Tag gesagt und wir warten mit offenen Armen auf die Touristen, weil es ist eine der wichtigsten Zweige für die kubanische Wirtschaft", so Silvia García.

Urlaub trotz Corona

Mann und Frau sitzen jeweils auf Strandliege unter Sonnenschirm
Tanja und Thomas genießen Sonne und Wärme am Strand. Hier bekommt man nicht viel mit von Corona, Masken und Desinfektionsmittel
© RTL

Da in den Hotels an frischer Luft und mit genügend Abstand zu anderen keine Maskenpflicht besteht, lohnt sich Kuba auch für einen reinen Strandurlaub. Hier treffen wir auf Urlauberpärchen Tanja und Thomas sowie Frank und Katrin. Sie sind überglücklich da zu sein. "Ich glaub´ wir sind grad im Paradies", sagt Tanja, den Blick aufs türkise Meer gerichtet. Die Sorgen um Corona fühlen sich für sie und ihren Mann Thomas nun weit entfernt an: "So wenig Kontakt zu anderen haben wir in Deutschland nicht", erzählt Tanja. Thomas fügt hinzu: "Die Ansteckungsgefahr ist hier glaub´ ich geringer, als wenn man zuhause ist und was unternimmt oder auf der Arbeit ist".

Mann und Frau stehen am Strand unter Sonnenschirm
Auch Katrin und Frank genießen das gute Wetter
© RTL

Für Katrin hingegen fühlt es sich nicht so an, als sei das Virus aus der Welt: "Es ist schon anders, als alle anderen Urlaube. Man wird hier mit Desinfektionsmittel eingesprüht, die Koffer von oben bis unten, die Maskenpflicht, das ist schon ´ne Umstellung, aber man gewöhnt sich dran". Dennoch haben sie die Zweifel verlassen, die sie am Gate noch gespürt hat: "Wir bereuen überhaupt nicht, dass wir hierher geflogen sind. Sonne, Strand, Meer – war ´ne gute Entscheidung."

Hier lesen Sie, wie es unseren Urlaubern auf dem Hinflug ergangen ist.

Auf nach Kuba ?

ARCHIV - 25.09.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Eine Boeing 757-300 der Fluggesellschaft Condor rollt über das Vorfeld des Flughafens.    (zu dpa "Gläubiger entscheiden über Ferienflieger Condor") Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ab sofort fliegt Condor wieder zwei Mal wöchentlich nach Kuba
© dpa, Marcel Kusch, mku tba wst kde tba

Ab sofort fliegt Condor zwei Mal wöchentlich von Düsseldorf oder Frankfurt am Main auf die kubanische Halbinsel Varadero. Für einige wird es abwegig sein, in Zeiten von steigenden Infektionszahlen, Reisewarnungen und Risikogebieten an eine Fernreise und stundenlangen Flug zu denken. Das Angebot der Airline nach Kuba wurde jedoch sehr gut angenommen: "Die Flüge nach Varadero sind bis Ende November bereits weitestgehend ausgebucht. Sie verkaufen sich chronologisch", erzählt Magdalena Hauser, Pressesprecherin der Condor. Auch hier zeigt sich erneut, wie sehr das Coronavirus unser Leben und Handeln verändert. Entgegen der deutschen Gewohnheit, "buchen sie jetzt mit weniger Vorlauf und eher spontan". Wer also noch einen Platz erhascht und vor Abflug einen freiwilligen Covid-19-Schnelltest macht, kann sich mit großer Vorfreude an einen Urlaub auf der Karibikinsel heran wagen.