Kritik an Notkrediten-Plan für Studenten

30. April 2020 - 16:10 Uhr

Studenten und mehrere Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern kritisieren den Notkredit-Plan des Bundesbildungsministeriums im Zuge der Corona-Krise. "Die Bildungsministerin regiert damit vollkommen an den Lebensrealitäten der Studierenden vorbei. Sie sorgt mit ihren verspäteten Maßnahmen für eine großflächige Verschuldung zahlloser Studierender in ganz Deutschland. Das können und wollen wir nicht hinnehmen" sagte die Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der Universität Rostock, Sara Klamann, in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte am Donnerstag in Berlin angekündigt, Studenten mit Notkrediten durch die Corona-Krise zu helfen. Ab dem 8. Mai können Studentinnen und Studenten bei der staatlichen Förderbank KfW ein zunächst zinsloses Darlehen von bis zu 650 Euro im Monat beantragen. Sowohl laufende KfW-Studienkredite als auch neue Anträge sollen für inländische Studierende bis Ende März kommenden Jahres zinslos bleiben. Ausländische Studentinnen und Studenten können den Kredit ab Juli erhalten.

Wer in einer besonders akuten Notlage ist und keine andere Hilfe etwa von den Eltern bekommt, kann bei seinem örtlichen Studentenwerk einen Zuschuss beantragen, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der Bund will dafür den Nothilfefonds des Deutschen Studentenwerks mit 100 Millionen Euro aufstocken.

"Es ist ein Erfolg, dass es gelungen ist, zumindest einen Teil der Hilfen als direkten Zuschuss über die Studierendenwerke gewähren zu können. Jetzt muss das schnell und unbürokratisch umgesetzt werden, denn die Notsituation vieler Studierender ist äußerst akut", sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). "Ich hätte mir allerdings eine einfache Gesamtlösung innerhalb des BAföGs gewünscht, die einen weitaus geringeren Darlehensanteil bedeutet hätte."

Von den 100 Millionen Euro des Nothilfefonds kämen laut des hochschulpolitischen Sprechers der Linken-Landtagsfraktion, Karsten Kolbe, lediglich zwei Millionen Euro in MV an. "Das sind einmalig 400 Euro für etwa 5000 von insgesamt 38.347 Studierenden. Wir haben es also mit dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein zu tun."

Quelle: DPA