3. Juli 2019 - 19:30 Uhr

Wegen des geplanten Einstiegs des Freistaates bei der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal hat die Opposition die Landesregierung scharf angegriffen. Der CDU-Abgeordnete Maik Kowalleck warf der Landesregierung am Mittwoch im Thüringer Landtag eine verfehlte Wohnungspolitik vor. Angesichts unterdurchschnittlicher Mietpreise und des hohen Leerstands in Gera sei es absurd, Wohnungen von einem privaten Investor zurückzukaufen. Die Landesregierung plant, Anteile an der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal von einem privaten Investor für rund 70 Millionen Euro zu kaufen. Außerdem ist im Gespräch, weitere Anteile von der Stadt Gera zu erwerben.

Auch von der AfD-Fraktion kam Kritik. "Der Ministerpräsident hat einfach mal so nach Gutsherrenart entschieden, in Gera mal eben 5000 Wohnungen zu kaufen", sagte der AfD-Abgeordnete Olaf Kießling.

Thüringens Bauministerin Birgit Keller betonte, dass die Landesregierung von der Stadt Gera um Hilfe gebeten wurde. "Die Landesregierung hatte und hat nicht die Absicht, Wohnungsgesellschaften zu erwerben", sagte Keller.

Der Grünen-Abgeordnete Roberto Kobelt machte klar, dass er in dem Vorhaben keine Blaupause für weitere Zukäufe sieht. "Es sollte eine Ausnahme und ein Übergang sein", sagte Kobelt. Die Wohnungsbaugesellschaft solle seiner Meinung nach möglichst schnell wieder in kommunales Eigentum übergehen.

Quelle: DPA