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Kristina Vogels erster Auftritt im Rollstuhl: "Vielleicht hole ich meine zwölfte Goldmedaille woanders"

Kristina Vogel dankt ihrer Familie für den starken Rückhalt
Kristina Vogel dankt ihrer Familie für den starken Rückhalt Erster Auftritt nach dem tragischen Unfall 01:55

Kristina Vogel: "Ich hätte tot sein können. Ich hatte verdammt viel Glück"

So sieht eine starke Frau aus: Mit einem Lächeln startet Kristina Vogel in ihren ersten Auftritt seit ihrem tragischen Unfall. Die erfolgreiche Bahnradfahrerin sitzt im Rollstuhl und hat eine klare Botschaft für ihre Pressekonferenz: "Der Tag ist nach wie vor hart. Aber ich bin bereit, die Situation anzunehmen und was daraus zu machen." Überhaupt strahlt sie ausschließlich positive Energie aus, trotz des tragischen Unfalls lobt sie ihre Schutzengel: "Ich hätte tot sein können. Ich hatte verdammt viel Glück."

"Ich bin keine Maschine und muss Tränen und Emotionen auch mal freien Lauf lassen"

"Ich bin so weit zu sagen: Ich will mich wieder stellen", sagte die vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmte 27-Jährige im Unfall-Krankenhaus Berlin-Marzahn. Die neben ihr sitzenden Ärzte sind beeindruckt von ihrer Zielstrebigkeit, ihrem Durchhaltewillen und ihrem Optimismus. Sie sind nur manchmal ein bisschen genervt von ihrer Ungeduld.

Betroffenheit über das schwere Schicksal der elfmaligen Weltmeisterin spürte man eigentlich mehr auf der von rund 80 Journalisten besetzten Tribüne im Hörsaal im alten Kesselhaus der Klinik. Kristina Vogel ist weit weg davon, dies tränenreich zu kommentieren. Von Selbstmitleid keine Spur. Auch wenn sie zugibt: "Ich bin keine Maschine und muss Tränen und Emotionen auch mal freien Lauf lassen."

"Ich werde nie wieder selbstständig gehen können"

BERLIN, GERMANY - SEPTEMBER 12: Kristina Vogel, Track Cycling Olympic Gold Medalist speaks at a press conference at Accident Hospital on September 12, 2018 in Berlin, Germany, next to Axel Ekkernkamp,  Director of the Clinic for Trauma Surgery and Or
Kristina Vogel strahlt vor über 80 Journalisten positive Energie aus. Ihre Zielstrebigkeit beeindruckt nicht nur die behandelnden Ärzte. © Bongarts/Getty Images, Bongarts

Die Diagnose der Ärzte macht nicht viel Hoffnung. "Ihr Rückenmark ist hochgradig verletzt", sagte der behandelnde Chefarzt Andreas Niedeggen. "Ich werde nie wieder selbstständig gehen können", erklärte die ehemalige Ausnahme-Athletin und macht sich in dieser Beziehung keine Illusionen. Der junge Niederländer, mit dem sie auf der Betonpiste von Cottbus zusammengestoßen war, hat sich noch nicht bei ihr gemeldet. Vielleicht auch deshalb, weil bis vergangene Woche eine funktionierende Nachrichtensperre herrschte.

Michael Hübner, ihr Teamchef beim Chemnitzer Erdgas-Team glaubt, dass sie auch im Rollstuhl sportliche Höchstleistungen vollbringen wird. "Sie wird zurückkommen – das Thema Paralympics ist noch nicht durch", sagt der siebenmalige Weltmeister. So weit wollte Vogel - mehr als zehn Wochen nach ihrem Schicksalsschlag - noch nicht blicken.

"Ich brauche Zeit, um neue Entscheidungen zu treffen, alles step by step", sagte sie. Athletensprecherin des Weltverbandes UCI wolle sie "auf alle Fälle" bleiben. Zu einer möglichen zweiten Karriere als Paralympics-Sportlerin wollte sie sich nicht konkret äußern, sagte aber auch: "Vielleicht hole ich meine zwölfte Goldmedaille woanders."

Ihre Familie und ihr Lebensgefährte Michael sind ihr großer Rückhalt. Bei der Antwort auf die Frage nach der Bedeutung ihres Lebensgefährten übermannten sie die Gefühle und sie dankt ihm emotional, wie Sie im Video sehen können. 


Quelle: DPA/RTL.de

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