Krisenstab: Maskenpflicht gefährdet Gesundheitsversorgung

Mundschutzmasken. Foto: Rene Traut/dpa/Symbolbild
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31. März 2020 - 16:50 Uhr

Niedersachsens Corona-Krisenstab lehnt eine generelle Maskenpflicht für die Öffentlichkeit derzeit ab. "Wer jetzt propagiert, jeder möge draußen mit einer qualifizierten Maske rumlaufen, der gefährdet die Gesundheitsversorgung in diesem Land", sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. "Die hochwertigen Masken dafür zu verballern, das ist, glaube ich, unverantwortlich." In Niedersachsen würden die Masken derzeit dorthin vergeben, wo das Gesundheitspersonal sie am dringendsten benötigt. Wichtig sei ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Die Stadt Jena hatte zuvor eine Maskenpflicht binnen einer Woche angekündigt. In Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr werde das Tragen eines Mund-und-Nasenschutzes verpflichtend. In großen niedersächsischen Kommunen gibt es dagegen bisher keine konkreten Planungen, eine Mundschutzpflicht einzuführen.

"Das Problem kann sein, dass das ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt", sagte eine Sprecherin der Region Hannover am Dienstag. Menschen würden dann nicht mehr auf den nötigen Abstand achten oder Hygieneregeln wieder laxer auslegen. Darum habe das Gesundheitsamt der Region "dahingehend keine Überlegungen". Auch in Göttingen ist eine Mundschutzpflicht derzeit nicht konkret in Vorbereitung, sagte ein Sprecher: "Ich kann natürlich nicht für nächste Woche im Voraus sprechen - aber Stand heute ist das nicht geplant."

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sagte: "Wir diskutieren das natürlich." Es sei aber ziemlich uneindeutig, inwieweit eine Pflicht wirklich nützlich und virushemmend sei. "Wir werden das für die Pflegeeinrichtungen noch mal diskutieren, aber nicht für den gesamten öffentlichen Raum." In einer Pressemitteilung wies auch Bremen darauf hin, dass Mundschutz und Desinfektionsmittel für die medizinische Versorgung benötigt würden.

Quelle: DPA