Nach sexuellen Übergriffen in Berlin und Brandenburg

Kriminologe Christian Pfeiffer: "Es könnte sich um einen Serientäter handeln"

03. Juli 2020 - 20:05 Uhr

Sucht die Polizei einen Serientäter?

In einer kurzen Zeitspanne sind in Berlin und Brandenburg fünf Sexualstraftaten begangen worden. Könnte es sich dabei um ein und denselben Täter handeln? "Ja", sagt Kriminologe Christian Pfeiffer im Interview mit RTL. "Kluge Täter – und das sind die meisten – meiden ihr eigenes, engeres soziales Umfeld". Seine Einschätzung zu den Fällen und wie perfide Serientäter häufig vorgehen, sehen Sie im Video.

Sexueller Übergriff in Oranienburg

Nur wenige Tage nach der Vergewaltigung einer Joggerin in Kleinmachnow nahe Potsdam hat eine weitere Frau am 2. Juli in Oranienburg einen sexuellen Übergriff angezeigt. Oranienburg liegt knapp 50 Kilometer von Kleinmachnow entfernt. Demnach soll sich ein Mann auf einer Bank neben sie gesetzt und ihren Arm gestreichelt haben. "Weil sie das nicht wollte, hat sie sich eine andere Bank gesetzt. Dann ist der unbekannte Täter auf sie zu gekommen und hat sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen", berichten die Ermittler.

In diesen beiden Fällen glaubt die Polizei nach RTL-Informationen inzwischen, dass es sich um unterschiedliche Täter handelt, prüft aber Verbindungen zu weiteren Sexualdelikten.

Sexualdelikte im Großraum Berlin und Brandenburg

Bereits am 22. Juni war es am Wannsee (Zehlendorf) zu einer Vergewaltigung gekommen. Drei Tage später meldete ein Zeuge eine weitere Sexualstraftat im Waldweg in der Nähe des Teufelsbergs. Polizisten konnten dort aber weder Täter noch Opfer finden. Am 28. Juni gelang es einer Frau in der Gegend, von einem bislang unbekannten Täter zu flüchten.

Laut Kriminologe Pfeiffer ist es äußerst schwierig, Täter zu ermitteln, die ihre Taten außerhalb ihres sozialen Umfeldes begehen und noch nicht polizeibekannt sind. "Dann kann die Frau beschreiben, was sie will. Wenn sie nicht ein Handyfoto vorher gemacht hat, ist es schwierig, einen Unbekannten zu erwischen und zu ermitteln". In solchen Fällen müssen Spuren akribisch ausgewertet, zusammengetragen und verglichen werden. "So lange die Polizei keine nutzbaren Tatortspuren hat, wie DNA, ist Geduld gefragt", so Pfeiffer.