Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Verbrecherbanden aus Syrien und dem Irak auf dem Vormarsch

Kriminelle Clans bekommen Konkurrenz

27. November 2019 - 15:08 Uhr

"Sie zucken nicht mit der Wimper, einen Gegner aus dem Weg zu schaffen"

Kriminelle Clans geraten immer stärker unter Druck. Allerdings nicht nur durch das härtere Durchgreifen der Polizei. Immer öfter versuchen andere Kriminelle, aus Ländern wie Irak oder Syrien, den türkisch-arabischen Familienverbänden ihre kriminellen Geschäfte streitig zu machen. In jedem dritten Clan-Verfahren spielten solche Zuwanderer mittlerweile eine Rolle, sagt das Bundeskriminalamt. Und warnt vor der skrupellosen Brutalität dieser Verbrecher.

Polizei befürchtet Auseinandersetzungen zwischen etablierten und neuen Clans

ARCHIV - 12.01.2019, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Polizisten stehen vor einer Shisha-Bar während einer Razzia von Zoll und Polizei. (zu dpa Geisel: Langer Atem im Kampf gegen Clan-Kriminalität nötig) Foto: Bernd Thissen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Razzia gegen Clan-Kriminalität in Bochum (Archiv).
© dpa, Bernd Thissen, bsc

​Nach Aussage des Essener Polizeipräsidenten Frank Richter beobachtet die Polizei, dass Zuwanderer den alteingesessenen arabisch-libanesischen Clans zunehmend Konkurrenz machen und sie unter Druck setzen. Während Zuwanderer aus dem Irak lange nur als sogenannte Läufer im Drogenhandel für die Alt-Clans tätig gewesen seien, seien nun Gruppierungen zu beobachten, die versuchten, "die Geschäfte zu übernehmen".

Richter befürchtet, dass es zwischen den alteingesessenen Clans und den neuen Gruppen zu Auseinandersetzungen kommen könnte. Manche neu Zugewanderten würden über "Kampferfahrung verfügen", sagt er. "Das ist natürlich noch mal eine ganz, ganz andere Qualität als das, was wir momentan haben."

Ein LKA-Ermittler, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagt: "Sie sind vertrieben worden aus ihren ei-genen Häusern, Familienmitglieder sind vor ihren Augen er-schossen und gefoltert worden." Das stumpfe in gewisser Weise ab sagt er. Mit Folgen: "Wenn solche Leute ein großes Messer oder eine Schusswaffe in der Hand haben, dann zucken die nicht mit der Wimper, einen Gegner aus dem Weg zu schaffen."

Sieben oder acht "intensiv kriminelle“ Clans in Berlin

ARCHIV - 12.07.2017, Berlin: Polizisten führen einen Mann ab,  dreieinhalb Monate nach dem spektakulären Diebstahl einer 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. (zu dpa Geisel: Langer Atem im Kampf gegen Clan-Kriminalität nötig) Foto: -/dpa
Festnahme eines verdächtigen Clan-Mitglieds in Berlin.
© dpa, -, bsc

Allein in Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des Innenministeriums in diesem Jahr bislang 720 Razzien gegen Clan-Kriminalität. Seit Juli 2018 gab es insgesamt 860 Durchsuchungen. Die Fahnder kontrollierten dabei mehr als 26.100 Menschen - davon 19.200 in diesem Jahr. Sie registrierten mehr als 10.000 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und nahmen rund 350 Menschen fest.

In der Hauptstadt Berlin gibt es nach laut Innensenator Andreas Geisel "etwa 20 einschlägige Familien, von denen sind sieben bis acht intensiv kriminell" seien. Das seien insgesamt mehrere Tausend Menschen, so der SPD-Politiker.

Exklusive Einblicke in die Welt der kriminellen Großfamilien

Prostitution, Drogenhandel, Gewalt. Die Welt der Clans ist eine, in die nur wenige Einsicht haben. In der TVNOW-Doku "Clans in Deutschland" zeigen wir exklusive Einblicke in die Welt der kriminellen Großfamilien, die die Unterwelt Berlins beherrschen. 

Auch interessant