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Innenminister Peter Beuth: Kriminalstatistik 2020

So wenige Verbrechen wie seit 1980 nicht mehr in Hessen

05. März 2021 - 18:06 Uhr

6,1 Prozent weniger Straftaten als im Vorjahr

Die Tendenz geht weiter nach unten: Auch im vierten Jahr in Folge sinken die Kriminalitätsdelikte in Hessen. Durch die Corona-Pandemie veränderte sich das Aufgabenfeld der Polizei.Im vergangenen Jahr ist die Kriminalitätsbelastung erneut deutlich gesunken. Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr. Das ist ein Minus von 6,1 Prozent und der niedrigste Wert seit 1980. Es wurden 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten 2020 aufgeklärt. Das sei der höchste gemessene Wert seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

Die Kriminalitätsbelastung sei auf 5.446 Straftaten pro 100 000 Einwohner gesunken (2019: 5823). "Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand", erklärte Innenminister Peter Beuth.

Kaum Polizeieinsätze bei Großveranstaltungen

 Wiesbaden, RheinMain Congress Center, Impfzentrum der Landeshauptstadt Wiesbaden, Bild: Corona Impfstart im Wiesbadener Impfzentrum RheinMainCongress Center, Polizei stellt Absperrgitter auf Wiesbaden RheinMain Congress Center Hessen Deu
Wiesbaden, RheinMain Congress Center, Impfzentrum der Landeshauptstadt Wiesbaden, Bild: Corona Impfstart, Polizei als Helfer
© imago images/Jörg Halisch, Jörg Halisch via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Durch die notwendig gewordenen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie kam es im vergangenen Jahr zu Aufgabenverschiebungen für die Polizei. So gab es deutlich weniger Groß-Veranstaltungen wie Konzerte, Fußballspiele oder Versammlungen, die begleitet werden mussten. Allerdings unterstützten die Beamten die originär zuständigen Gesundheits- und Ordnungsämter bei Maßnahmen zur Einhaltung der Corona-Verordnungen oder begleiteten verstärkt Demonstrationen.

Deutlicher Rückgang von Wohnungseinbrüchen

Insbesondere Wohnungseinbrüche sind 2020 in Hessen deutlich zurückgegangen. Das lag wohl auch daran, dass seit Beginn der Pandemie viele Menschen im Homeoffice arbeiten. So erfasste die Polizei insgesamt 5.165 Fälle im vergangenen Jahr und damit einen deutlichen Rückgang von 23,7 Prozent (2019: 6.768 Fälle). Auch die Zahl der vollendeten Delikte hat spürbar abgenommen. Nach 3.730 in 2019 drangen im vergangenen Jahr nur noch 2.700 Kriminelle in Hessen in private Wohnungen ein. Mittlerweile scheitert damit jeder zweite versuchte Wohnungseinbruch.

Kampf gegen Kinderpornografie und Häusliche Gewalt

ARCHIV -ILLUSTRATION - Ein als Silhouette abgebildeter Mann droht einer Frau mit der Faust. Die Opferambulanzen an den beiden Universitätskliniken in Rostock und Greifswald haben im Coronajahr 2020 unterschiedliche Entwicklungen
Häusliche Gewalt
© dpa, Jan-Philipp Strobel, jps wst bwe req sja fdt

Sexueller Missbrauch von Kindern trifft die Schutzwürdigsten und Schwächsten unserer Gesellschaft, so Innenminister Beuth bei der Vorstellung der Statistik. Sie müssten ein Leben lang damit umgehen. Im vergangenen Jahr sind die von der Polizei erfassten Fallzahlen im Bereich Kinderpornografie um 44,5 Prozent auf 1.449 Fälle angestiegen. Die hessische Landesregierung investiert 2021 vier Millionen Euro für den Kampf gegen Kinderpornografie in Hessen. Mit dem Geld sollen neue Softwareprogramme sowie eine Forensikplattform entwickelt werden, welche die Arbeit der Ermittler unterstützen können.

Letztes Jahr wurden insgesamt 10.013 Fälle von Häuslicher Gewalt erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 stellt dies eine Zunahme von 7,7 Prozent dar. Wie im Bund steigen die Zahlen seit 2014 auch in Hessen kontinuierlich an. 80 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt waren im vergangenen Jahr Frauen.

Quelle:dpa

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