Statistik zu Gewaltopfern

65 Prozent mehr Kinderporno-Delikte als im Vorjahr

Die Polizei in Deutschland hat 2019 in 12.262 Fällen wegen kinderpornografischer Delikte ermittelt (Symbolbild).
Die Polizei in Deutschland hat 2019 in 12.262 Fällen wegen kinderpornografischer Delikte ermittelt (Symbolbild).
© picture-alliance/ dpa, Lehtikuva

11. Mai 2020 - 11:16 Uhr

41 Prozent der Täter sind jünger als 21 Jahre

112 Kinder sind im vergangenen Jahr in Deutschland vorsätzlich oder fahrlässig getötet worden oder in Folge von Körperverletzung gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern hervor. Die meisten Opfer (93) waren unter sechs Jahre alt. Die Gesamtzahl ist im Vergleich zu 2018 um 24 zurückgegangen. Die Polizei in Deutschland hat 2019 außerdem in 12.262 Fällen wegen kinderpornografischer Delikte ermittelt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 65 Prozent. 41 Prozent der Täter sind unter 21 Jahre alt (2018: 26 Prozent).

US-Organisation hilft, Missbrauch aufzudecken

Die hohe Zahl bedeutet nach Angaben des Bundeskriminalamts indes nicht zwangsläufig einen Zuwachs an Vergehen. Vielmehr gebe es inzwischen deutlich mehr Hinweise, etwa von einer Organisation in den USA, die vermisste Kinder auffinden und Missbrauch aufdecken will.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019: Über 15.000 Fälle sexueller Gewalt

Im Bereich Kindesmisshandlung wurden 4.055 vollendete Fälle registriert (2018: 4.129). Bei sexueller Gewalt gegen Kinder gab es einen Anstieg von 14.606 auf 15.936 Fälle.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Kinderpornos werden über Whatsapp verschickt

Minderjährige sind in diesem Bereich allerdings nicht nur Opfer, sondern manchmal auch Täter. Immer häufiger würden Fälle bekannt, bei denen Jugendliche kinderpornografische Videos über Messenger-Dienste wie Whatsapp tauschten. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sieht "ein erhebliches Risiko" für sexuelle Übergriffe durch andere Kinder und Jugendliche.