Kriminalstatistik 2014: Zahl der Straftaten steigt wieder

06. Mai 2015 - 19:02 Uhr

Sechs Millionen Verbrechen verübt

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat gemeinsam mit dem rheinlandpfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) in Berlin die neue Kriminalitätsstatistik vorgestellt. Daraus geht hervor, dass im Jahr 2014 die Zahl der Straftaten in Deutschland erstmals seit 2010 wieder gestiegen ist. Insgesamt wurden sechs Millionen Straftaten registriert. Das sei ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Jahr 2013, so de Maizière. "Deutschland ist nach wie vor ein Land, auch und gerade im internationalen Vergleich, in dem die Bürgerinnen und Bürger alles in allem sicher leben können", sagte der Bundesinnenminister. Denn auch die Aufklärungsquote für Verbrechen sei im Vorjahr leicht auf 54,9 Prozent gestiegen.

Thomas de Maizière und Roger Lewentz
Thomas de Maizière und Roger Lewentz haben in Berlin die neue Kriminalstatistik vorgestellt.
© dpa, Wolfgang Kumm

Besorgt zeigte sich der Minister allerdings über den Anstieg der Zahl ausländischer Täter, denn die stieg um 14 Prozent. Hierbei werden auch die illegalen Einreisen nach Deutschland und die von Touristen verübten Straftaten erfasst. Laut der Statistik sind fast ein Viertel aller Tatverdächtigen nicht-deutscher Herkunft. "Die Ausländerkriminalität ist alles in allem betrachtet höher als im Durchschnitt der Bevölkerung", erklärte der CDU-Politiker.

Positive Entwicklungen

Die Statistik verzeichnet auch einen starken Zuwachs von 25,2 Prozent bei antisemitischen Straftaten, und auch die Taten mit fremdenfeindlichem Hintergrund seien um 21,5 Prozent gestiegen. Hasskriminalität habe vor dem Hintergrund der Flüchtlings- und Asyldebatte einen Höchststand erreicht. Häufig würden Kirchen, Synagogen, Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte gezielt angegriffen. "Das muss gestoppt werden", meint de Maizière. Zudem würden jeden Tag mehr als zehn Polizisten Opfer von Gewaltattacken. "Das ist erschütternd und zeugt von großer Brutalität und Menschenverachtung dieser Täter", sagte der Chef der Polizeigewerkschaft. Wie kürzlich schon bekannt wurde, gab es ebenfalls bei der Zahl der Wohnungseinbrüche ein deutliches Plus.

Aber aus der Statistik gehen in einigen Teilbereichen auch positive Entwicklungen hervor. De Maizière nannte es "erfreulich", dass die Gewaltkriminalität weiter abgenommen habe. Auch die Jugendkriminalität, die sich auf einem relativ hohen Niveau hält, sei um 9,3 Prozent zurückgegangen. "Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland immer gewalttätiger werden", fasste der Minister zusammen, auch wenn die Intensität der Gewalt immer noch Grund zur Sorge biete. Außerdem verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr einen Rückgang der sexuellen Missbräuche von Kindern, der Kfz-Diebstähle sowie der Sachbeschädigungen.