Kriminalstatistik 2013: Weniger Gewalttaten, aber mehr Einbrüche

06. Juni 2014 - 19:51 Uhr

Gesamtzahl unter der Sechs-Millionen-Marke

Zwar gab es im vergangenen Jahr weniger Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist aber gestiegen, und auch die Internet-Kriminalität hat deutlich zugenommen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vorgestellt hat.

Kriminalstatistik 2013
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist immens gestiegen.
© dpa, Achim Scheidemann

Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten blieb wie stets seit 2010 knapp unter der Sechs-Millionen-Marke, die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 54,5 Prozent. Deutschland sei damit im weltweiten Vergleich ein "sicheres und ruhiges Land", betonte de Maizière.

Gewaltkriminalität auf dem Rückzug

Auffällig ist jedoch der Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen: Mit 149.500 Fällen wurde der höchste Wert seit 15 Jahren erreicht. Dieser Zuwachs wird vor allem auf international agierende Einbrecherbanden zurückgeführt, die bislang schwer zu fassen sind. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchef Ralf Jäger (SPD), sprach von einem neuen Einbrechertyp, der die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen stelle. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Vergleich zu 2012 um 3,7 Prozent nach oben, bei anderen Delikten gab es noch viel deutlichere Zuwächse.

Bei der Internet-Kriminalität wurde nach de Maizières Worten ein Plus von rund zwölf Prozent registriert - etwa durch Datendiebstahl und Warenbetrug beim Online-Handel. Auch beim Taschendiebstahl zeigte sich ein deutliches Plus, während die Zahl der Autodiebstähle nur minimal anstieg.

Im Gegensatz dazu gab es weniger Sachbeschädigungen als im Jahr 2012. Vor allem bei Graffiti zeigt die Statistik einen Rückgang um 18 Prozent. Die Gewaltkriminalität scheint ebenfalls auf dem Rückzug. Vor allem Jugendliche begingen 2013 deutlich weniger Gewalttaten als im Jahr zuvor.

Auch in der Gesamtstatistik ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren um knapp vier Prozent gesunken, was de Maizière zu einem positiven Fazit veranlasst: "Die Kriminalität unserer Jugend sinkt."

Unter dem Link können Sie nachsehen, wie hoch die Kriminalität in Ihrer Region ist. Quelle: Bundesministerium des Innern.