16. Mai 2019 - 8:00 Uhr

Video: Warum fiel die Wahl auf die Armbrust?

Mysteriöser könnten die Umstände kaum sein. Erst tauchten vergangenen Samstag drei Tote in einer Pension in Passau auf - sie starben durch die Pfeile einer Armbrust. Dann, wenig später, entdecken Ermittler zwei weitere Frauenleichen in Wittingen in der Wohnung eines der Opfer. Angeblich gehörten sie alle einem Sex-Zirkel an. Wir haben mit Lydia Benecke über den außergewöhnlichen Fall gesprochen. Im Video erklärt die Kriminalpsychologin, worauf es jetzt bei den Ermittlungen ankommt und warum die Wahl zum Selbstmord ausgerechnet auf die Armbrust gefallen sein könnte.

Keine Gewalteinwirkung von außen

Zwei Pfeile ins Herz endeten tödlich für Torsten W. (53) und Kerstin E. (33) beide waren am Samstag in einem Bett in einer Passauer Pension aufgefunden worden. Auf dem Boden lag eine weitere Leiche - Farina C. (30). Sie starb durch einen Pfeil im Hals, das ergaben die vorläufigen Obduktionsergebnisse. Als die Ermittler dann ihre Wohnung in Wittingen durchsuchten, machten sie eine unglaubliche Entdeckung: Dort lagen zwei weitere Frauenleichen. Bei ihnen handelte es sich um die 19-jährige Carina U. und womöglich um Gertrud C - die Lebensgefährtin von Farina C. die in Passau ums Leben kam. Die Ermittler konnten keine Gewalteinwirkung von außen erkennen.

Wichtig ist: "Wer hat wen getötet?"

Hier transportiert die Polizei gerade eine der Frauenleichen ab.
Hier transportiert die Polizei gerade eine der Frauenleichen ab.
© Polizei

Aus einem Gespräch mit Alexander Krüger (44), dem ehemaligen Vermieter von Torsten W., ging hervor, dass die Opfer Fans der Mittelalter-Szene waren, sich gerne in dunklen Gewändern zeigten. Eine Zeit lang hätten W. und die Frauen auf seinem Gestüt gelebt.

Armbrüste, Mittelalter, Sex-Zirkel - was hat das alles mit dem Tod der fünf Opfer zu tun? "Um die Motive der einzelnen ausführenden Personen zu klären, muss erst mal geklärt werden, wer wen getötet hat – und aus welcher Dynamik heraus", sagte Kriminalpsychologin Lydia Benecke im RTL-Interview. Es gebe einen Unterschied zwischen einem Suizid, der allein durchgeführt werde und einem Gruppen-Selbstmord.

Wie standen die Personen zueinander?

Die gesamte Beziehungskonstellation sei hier ein wichtiges Thema. Während Alexander Krüger (44) davon berichtet hatte, Torsten W. habe seine Frauen schlecht behandelt und unterdrückt, spiele das für den Tod der Gruppe keine Rolle. "Man kann nicht die Frage stellen: Wie töten Frauen oder wie töten Männer? Sondern hier muss man zunächst die Frage stellen: Wie standen die Personen zueinander", so Benecke. Für sie sei auch die Frage danach interessant, ob man gemeinsam freiwillig in den Tod gegangen sei oder ob eine Person die anderen gegen ihren Willen getötet habe.

Genau das wollen die Ermittler herausfinden. Lydia Benecke ist zuversichtlich: "Was in den nächsten Tagen auf jeden Fall geklärt werden wird ist, in welcher Verbindung die Toten zueinander standen und welche Motive für die Tötungsdelikte vorlagen."

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