Sie hatte Überlebenstraining

Frau trieb 40 Stunden auf dem Schlauchboot im Meer

Kushila Stein wurde circa 42 Kilometer südlich der griechischen Insel Folegandros aufgefunden.
© Hellenic Coast Guard

05. November 2019 - 12:47 Uhr

Kilometerweit von der Küste abgekommen

Es ist der Albtraum eines jeden Urlaubers: auf der Luftmatratze in die Weiten der Meere hinausgezogen zu werden. Kushila Stein aus Neuseeland ist das an der Küste von Kreta auf einem Schlauchboot passiert. 40 Stunden lang treibt die 47-Jährige immer weiter ab und wird letztendlich weit draußen auf dem Meer im Mittelmeer aufgefunden.

Küstenwache sucht nach der Vermissten

Kushila Stein auf ihrem Schlauchboot
Sie wollte sich bloß die Beine vertreten und war dann auf dem Boot gefangen.
© Hellenic Coast Guard

Kushila war mit ihrem Mann auf einer Segeltour, als sie am 1. Oktober auf einem Schlauchboot zur Insel Folegandros aufbrach. Zurück kam sie aber nicht mehr. Zunächst dachte man noch, dass sie bloß länger als geplant wegbleiben würde. Doch auch am nächsten Morgen fehlte von ihr jede Spur. Daher alarmierte ihr Ehemann die Behörden. Die griechische Küstenwache machte sich mit sechs Schiffen, einem Helikopter und einer Unterwasserdrohne auf die Suche.

Überlebenstraining rettet ihr das Leben

Stuff.co.nz zufolge, schrieb Kushila währenddessen den Namen und den Kontakt zu ihrer Mutter auf ihr Schlauchboot. Sie wusste nämlich, dass sie sterben könnte. Sie wusste aber auch, dass sie etwas tun musste.  Ein Überlebenstraining kam ihr zugute. Ihre nassen Socken ließ sie in der Sonne austrocknen, damit sie sich auch über Nacht noch warmhalten konnte. Auch drei Plastiktüten, die sie sich über den Körper zog, gaben ihr zusätzliche Wärme.

Sie trinkt geschmolzene Lutscher

Das salzhaltige Wasser aus dem Meer konnte sie nicht trinken. Viel zu hoch war die Gefahr, dass sie dabei noch austrocknen würde. Sie ließ daher ihre mitgebrachten Lutscher in der prallen Sonne schmelzen, um die entstandene Flüssigkeit trinken zu können.

Einen mitgebrachten Spiegel richtete sie immer dann, wenn ein Flugzeug vorbeiflog - in die Sonne, um auf sich aufmerksam zu machen. Kushila wird schließlich 37 bis 40 Stunden nach ihrem Verschwinden circa 42 Kilometer südlich der Insel Folegandros aufgefunden. Sie sei zwar erschöpft, aber in gutem Zustand gewesen.