Björn Leber in streng geheimer Trainingsmission

Sportstudent Björn machte Nawalny nach dem Giftanschlag wieder fit

15. Februar 2021 - 16:22 Uhr

Der 23-jährige Schwarzwälder hat keine Angst

"Achtung! Streng geheim" – unter dieser Prämisse erreicht ein Anruf Björn Leber, Personaltrainer, aus einem kleinen Örtchen mitten im Schwarzwald. Sein geheimer Auftrag: Er soll Kremlkritiker Alexej Nawalny nach dem Giftanschlag auf ihn wieder fit machen. Björn Leber sagt zu und entscheidet sich damit nicht nur für ein Personaltraining der besonderen Art, sondern riskiert damit auch sein eigenes Leben.

Die ganze Geschichte sehen im Video.

Vom Sportstudenten zum wohl meist bewachtesten Schwarzwälder der Region

Eigentlich trainiert Sportstudent Björn hauptsächlich sich selbst – doch die Anfrage dieses besonderen Kunden kann er nicht abschlagen. Ein Überlebenskämpfer, ein Staatsfeind, der verborgen hier in Deutschland lebt.

Mitten im tiefen Schwarzwald, ganz im Süden Deutschlands, liegt St. Blasien. Dort, wo Björn Leber zuhause ist. Ein verschlafen-verschneites Nest mit gerade mal 4.000 Einwohnern. Ein ideales Versteck, sozusagen. Ein Versteck für Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, der im vergangenen August Opfer eines Giftanschlags wurde.

Nachdem der entscheidende Anruf Björn erreichte, verändert sich sein Leben schnell. Vom Sportstudenten wird er zum wahrscheinlich meist bewachtesten Schwarzwälder der Region. Denn er soll Alexej Nawalny trainieren. Und weil der Kremlkritiker immer noch Ziel für Attentate war, bekommt auch Björn für die Zeit des Trainings Schutz in St. Blasien. Aber von Angst keine Spur bei dem 23-Jährigen. "Das Sicherheitspersonal war nicht ohne Grund da", sagt Björn Leber.

Björn denkt noch oft an seinen Trainingspartner

Sportstudent Björn Leber trainiert Alexej Nawalny
Sportstudent Björn Leber trainiert Kreml-Kritiker Alexej Nawalny
© RTL, Quellle: instagram.com/bls.personal

Neun Wochen lang trainierten der Sportstudent und der Kreml-Kritiker jeden Tag und auch zwischen den Workouts stehen die beiden immer wieder in Kontakt. Eine Zeit, in der sich die beiden menschlich näher kommen und anfreunden. Dass Nawalny ins Gefängnis kommen würde, hat er wohl schon im Schwarzwald vermutet, glaubt Personaltrainer Björn.

Moskau: Kreml-Kritiker Nawalny zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

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Was bleibt, ist der Dank: Im Exil St. Blasien hat Nawalny einen Freund gefunden

Vor seiner Abreise hat sich Nawalny noch bei vielen seiner deutschen Freunde bedankt. Auch bei Björn. Seit seiner Rückkehr nach Russland hat der Sportstudent nichts mehr von seinem Trainingspartner gehört. Was bleibt, sind Erinnerungen an die gemeinsame Trainingszeit und wohl auch Nawalnys persönliche Schwäche für die Schwarzwälder-Kirschtorte.

"Liebe ist stärker als Hass": Menschen in vielen Teilen Russlands zeigen mit Lichtern und Herzen ihre Solidarität für Nawalny.