Kremlkritiker Chodorkowski fordert Urteilsaufhebung

13. Februar 2016 - 12:42 Uhr

Der inhaftierte Kremlkritiker Michail Chodorkowski hat in seinem Berufungsverfahren die Verurteilung wegen Diebstahls von 218 Millionen Tonnen Öl als "absurd" kritisiert. "Es gibt genügend Widersprüche, um den Fall aus Mangel an Beweisen einzustellen", sagte der 47-Jährige nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Der Ex-Ölmilliardär und sein mitangeklagter früherer Geschäftspartner Platon Lebedew waren Ende Dezember 2010 zu einer Gesamtstrafe von jeweils 14 Jahren bis 2017 verurteilt worden.´

"Mein Schicksal wird nicht im Gericht entschieden", sagte Chodorkowski, der einer der schärfsten Kritiker von Regierungschef Wladimir Putin ist. Der Prozess war international als politisch motiviert kritisiert worden. Das Verfahren wurde in der vergangenen Woche vertagt, weil das Gericht nach eigenen Angaben noch nicht alle Anträge gesichtet hatte.

Menschenrechtler und Oppositionelle rechnen nicht mit einem Freispruch für den ehemaligen Manager des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos. "Es gibt keine Hoffnung", sagte der regierungskritische Schriftsteller Eduard Limonow.