Nach Vergiftung

Kremlgegner Nawalny will noch diese Woche zurück nach Russland

Kremlgegner Alexej Nawalny
Kremlgegner Alexej Nawalny
© dpa, Pavel Golovkin, PAG frd fgj jai pil cul kde abl

13. Januar 2021 - 9:47 Uhr

Seit August war er in Deutschland

Der Kremlgegner Alexej Nawalny will nach seiner Vergiftung an diesem Sonntag nach Moskau zurückkehren. Er lande am 17. Januar mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch mit. Er hält sich nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok seit August zur Heilung in Deutschland auf.

"Ich habe keine Angst!" 

Obwohl Alexej Nawalny seit Beginn seiner Genesung Russland beschuldigte, für den Giftanschlag auf ihn verantwortlich zu sein, will er jetzt genau dahin zurückkehren. Er hatte bereits im September bei einem Redaktionsbesuch des Spiegels gesagt: "Meine Aufgabe ist jetzt, der Typ zu bleiben, der keine Angst hat. Und ich habe keine Angst!" Dem will er jetzt nachkommen und in seine Heimat zurückkehren.

Russlands Strafvollzug will den Kremlkritiker Alexej Nawalny wegen nicht erfüllter Bewährungsauflage im Gefängnis sehen. Einen entsprechenden Antrag stellte die Strafvollzugsbehörde am Montag bei einem Moskauer Gericht, den Nawalny am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte. Kremlchef Wladimir Putin sei so wütend, «weil ich die Vergiftung überlebt habe, dass er der Strafvollzugsbehörde befohlen hat, eine Bewährungsstrafe in eine echte umzuwandeln», schrieb der Oppositionelle und wies darauf hin, dass seine Bewährungsstrafe bereits am 30. Dezember geendet habe.

Die Behörde hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014.

Quelle: DPA/RTL.de