Wer ist da bloß so gemein?

Zweimal hintereinander: Dreiste Entendiebe brechen Tierliebhaberin das Herz

Wieder Enten gestohlen bei Familie Winterscheidt
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27. Mai 2020 - 13:15 Uhr

Anfang und Ende Mai schlugen sie zu

Weibliche Enten sind ein begehrtes Gut. Um Inzucht zu vermeiden, müssen Hobbyzüchter oftmals weite Wege fahren und hohe Preise zahlen. Ist das der Hintergrund eines Enten-Doppeldiebstahls in einem kleinen niederrheinischen Ort? Anfang und Ende Mai schlugen die Diebe zu - die betroffene Familie ist am Boden zerstört. Das berichtet die Rheinische Post.

Lang gehegter Traum wurde zerstört

Anfang Mai passiert es zum ersten Mal: Sieben Enten werden Familie Winterscheidt aus Niederkrüchten aus ihrem Laufgehege gestohlen. Vor allem Mutter Raffaela trifft das hart: Sie hat sich mit dem Gehege einen lang ersehnten Herzenswunsch erfüllt. Viele Freunde, Bekannte und andere Tierliebhaber versuchen schnell zu helfen und schenken den Winterscheidts sechs neue Tiere. Doch dann der erneute Schlag: In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai werden erneut Enten gestohlen, fünf an der Zahl.

Auch Tochter Kim leidet

Raffaela Winterscheidt ist seit dem erneuten Diebstahl ängstlich und leidet unter Schlafproblemen, berichten ihr Mann Stephan der Zeitung. Auch Tochter Kim ist niedergeschlagen. "Sie kann nicht verstehen, warum Menschen so etwas tun", sagt er. Im Außengehege geht es nach den erneuten Diebstählen eher beschaulich zu: Nur noch vier Tiere, darunter eine Gans, sind übrig geblieben. 

"Wer tut so etwas?"

Noch vor kurzem war ein Cayoga-Erpel der Stolz der ganzen Familie. Den hatte Andreas Theißen vom Verein Geflügelliebhaber Merbeck den Winterscheidts nach dem ersten Diebstahl geschenkt. "Wir sind fassungslos", sagen die Winterscheidts. "Wer tut so etwas - und dann auch noch gleich zwei Mal?"

Keine Überbleibsel gefunden

Fuchs oder Marder kommen in beiden Fällen nicht in Frage. Denn Überreste oder Kampfspuren seien in beiden Fällen nicht gefunden worden. Allerdings wurde in der Nähe des Geheges Unkraut platt gelaufen und es wurden Fußspuren gefunden. Stephan Winterscheidt vermutet, dass die Tiere bewusst entwendet wurden, da es sich teils um schwer zu findende Weibchen gehandelt habe. Die können bis zu 100 Euro kosten.

Die Winterscheidts haben beide Diebstähle zur Anzeige bei der Kreispolizeibehörde Viersen gebracht. Stephan Winterscheidt hat eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.

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