Diebe sollen in den Beichtstuhl!

Kirchenschätze geklaut - Pfarrer vermutet "Satanisten" hinter dem Werk

Diese Tabernakel-Tür wurde aus der St. Johann Baptist Kirche gklaut.
Diese Tabernakel-Tür wurde aus der St. Johann Baptist Kirche gklaut.
© Polizei Krefeld

17. Juli 2020 - 11:00 Uhr

Gläubige sind besorgt

In Krefeld haben bislang Unbekannte heilige Schätze aus der Kirche St. Johann Baptist gestohlen. Darunter eine vergoldete Schmucktür und ein Messingständer. Unter Verdacht: Unter anderem Menschen, die Interesse an satanistischen Ritualen haben sollen – das zumindest berichteten besorgte Gläubige. Im RTL-Interview berichtet Pfarrer Joachim Schwarzmüller, dass es im Viertel aber auch noch andere "dubiose Typen" gäbe. Vor Heiligen und Kirchen würde kein Halt mehr gemacht, meint er.

Eltern berichteten von satanistischen Ritualen bei Kindern

Die vergoldete Schmucktür ziert ein großes Kreuz. Eigentlich verschloss sie einen Tabernakel –darin bewahrt die Kirche Hostien und Kelch auf, die während der Heiligen Messe verteilt werden. Ausgerechnet diese Tür, die den Leib Christi schützen sollte, wurde erbarmungslos herausgerissen und gestohlen.

Pfarrer Schwarzmüller befürchtete zuerst, dass jemand armes sich bereichert haben könnte. "Aber dann war mir klar sofort, dass kann aus diesem Kreis niemand gewesen sein, denn die Kirche ist für diese Leute heiliger Boden", ist der Pfarrer überzeugt. Wer die kostbare Tür geraubt hat, weiß der Pfarrer auch nicht genau. Er könne aber auch nicht ausschließen, dass jemand aus satanischen Kreisen hinter dem Diebstahl stecken könnte. Er höre häufiger von Jugendlichen, "die abdriften in ihrer Hilflosigkeit in satanische Bereiche", sagt Schwarzmüller. 

Dieses Podest wurde aus der Kirche gestohlen - der Pfarrer verdächtigt Satanisten.
Dieses Podest wurde aus der Kirche gestohlen - der Pfarrer verdächtigt Satanisten.
© Polizei Krefeld

Nicht entmutigen lassen - trotz des "heftigen Schlags"

Doch trotz allen Ärgers soll der Dieb – oder die Diebe – nicht auf ihrem kriminellen Pfad alleingelassen werden. Die Gemeinde habe nicht mit Wut reagiert. "Im Gegenteil. Gleich am Freitag haben sich einige Gläubige zu einem Gebet zusammengefunden und für den Dieb gebetet", so der bestohlene Geistliche zur "Rheinischen Post". Er und seine Gemeinde würden sich trotz des "heftigen Schlags" – so bezeichnet er es – nicht entmutigen lassen. Wenn der oder die Diebe sich melden, will die Gemeinde die Anzeige zurückziehen, versprach der Pfarrer.