Kirchenschätze in Krefeld geklaut

"Das ist für uns ein Angriff aufs Allerheiligste!"

18. Juli 2020 - 11:18 Uhr

Krefeld: Diebstahl in St. Johann Baptist

Eine Gemeinde in Aufruhr: In Krefeld haben bislang Unbekannte heilige Schätze aus der Kirche St. Johann Baptist gestohlen. Darunter eine vergoldete Schmucktür und ein Messingständer. Unter Verdacht stehen Menschen, die Interesse an satanistischen Ritualen haben. RTL hat in St. Johann Baptist nachgefragt. Was Jan Lange, Leiter des Gemeindeausschusses, und Pfarrer Joachim Schwarzmüller von den Vermutungen halten, sehen Sie im Video.

Tabernakel-Tür geklaut: Gemeinde ist schwer enttäuscht

Diese Tabernakel-Tür wurde aus der St. Johann Baptist Kirche gklaut.
Diese Tabernakel-Tür wurde aus der St. Johann Baptist Kirche geklaut.
© Polizei Krefeld

Noch am Donnerstagabend hat die Gemeinde von St. Johann Baptist bis circa 22 Uhr eine Sitzung gehalten, als Jan Lange auf dem Weg nach Hause war, war die Tür, durch die offenbar zu einem späteren Zeitpunkt eingebrochen wurde, geschlossen. Am nächsten Morgen dann der Schock: Als Pfarrer Joachim Schwarzmüller am Freitagmorgen die Kirche aufschließen wollte, war die Tür bereits geöffnet. Zuerst habe Schwarzmüller nicht erkennen können, dass etwas aus der Kirche entwendet wurde, erklärt Jan Lange. Doch als er auf den Tabernakel zuging musste er schmerzlich erkennen, dass ausgerechnet die Schmucktür, die den Leib Christi schützen sollte, erbarmungslos herausgerissen und gestohlen wurde. "Da waren wir natürlich erstmal geschockt", sagt Jan Lange im Interview mit RTL. "Es trifft die Gemeinde nach wie vor enorm!"

"Es geht uns neben dem ästhetischen vor allem um den geistlichen Aspekt", erklärt Jan Lange weiter. "Im Tabernakel werden die Hostien, der Leib Christi, aufbewahrt. Das ist für uns ein Angriff aufs Allerheiligste!"

War der Einbruch aus satanistischen Gründen?

Ein Tabernakel ohne Tür: Die Einbrecher haben die goldene Ziertür gewaltsam entwendet.
Ein Tabernakel ohne Tür: Die Einbrecher haben die goldene Ziertür gewaltsam entwendet.
© Privat

Neben der Tür des Tabernakels wurde noch ein Monstranzständer, den Pfarrer Schwarzmüller erst vor wenigen Tagen angeschafft hat, und ein Feuerlöscher geklaut. Ein Opferstock wurde zudem aufgebrochen.

Wer genau in die Kirche eingebrochen ist, ist bislang noch ungeklärt. Doch die Gemeinde hat einen schlimmen Verdacht: "Es ist erstaunlich, dass unser goldenes Altarkreuz nicht gestohlen wurde. Uns erscheint es komisch, dass allein aus monetären Interessen, dieses Kreuz nicht auch entwendet wurde", sagt Jan Lange im RTL-Interview. "Eine Tabernakel-Tür aufzubrechen ist anstrengend. Es wäre deutlich einfacher gewesen, einfach das Kreuz zu stehlen. Deswegen vermuten wir, dass die Tat mit Kirchenvandalismus oder Okkulten in Zusammen stehen könnte."

Denn: Die gestohlenen Gegenstände tauchen häufig in sogenannten "schwarzen Messen" auf, wie Jan Lange weiter erklärt. Für die Gemeinde wäre es eine "Vollkatastrophe", wenn der Einbruch tatsächlich aus satanistischen Gründen verübt wurde.

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Jugendliche driften "in ihrer Hilflosigkeit in satanische Bereiche"

Auch Pfarrer Schwarzmüller kann nicht ausschließen, dass jemand aus satanischen Kreisen hinter dem Diebstahl stecken könnte. Er höre häufiger von Jugendlichen, "die in ihrer Hilflosigkeit in satanische Bereiche abdriften", sagt Schwarzmüller.

Doch trotz aller Wut und Enttäuschung wäre die Gemeinde aus St. Johann Baptiste sogar dazu bereit, die Anzeige fallen zu lassen, sollte der Einbrecher die Tabernakel-Tür zurück an seinen Platz bringen.