Kredit-Affäre: Geerkens nimmt Wulff in Schutz

10. Februar 2016 - 11:54 Uhr

"Nie einen Vorteil aus der Freundschaft gezogen"

In der Kredit-Affäre wächst der Druck auf Bundespräsident Wulff. Das Staatsoberhaupt selbst schweigt weiter eisern zu dem Thema. Sein Freund und Ex-Unternehmer Egon Geerkens hat den Privatkredit seiner Frau an Wulff hingegen erneut gegen öffentliche Kritik verteidigt und den Bundespräsidenten in Schutz genommen. Er habe aus seiner Freundschaft zu Wulff nie einen Vorteil gezogen, sagte er der 'Süddeutschen Zeitung'. Auch habe er nie einen öffentlichen Auftrag oder eine staatliche Zuwendung erhalten.

Er habe Wulff während dessen Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident als Mitglied von Wirtschaftsdelegationen auf Auslandsreisen nach China, Japan und in die USA begleitet. "Ich habe alle drei Reisen selbst bezahlt, die Flüge, die Hotels, sogar die Organisationsgebühr der IHK", sagte Geerkens.

Privates Darlehen an einen Freund

"Zu dem Zeitpunkt, als Christian Wulff den Kredit meiner Frau erhielt, war ich gar kein Unternehmer mehr", so Geerkens weiter. Denn bereits ein Jahr zuvor habe er alle geschäftlichen Aktivitäten aufgrund einer schweren Krebserkrankung eingestellt.

Die 500.000 Euro seien ein rein privates Darlehen seiner Frau Edith für einen Freund gewesen, sagte Geerkens. Er kenne den heutigen Bundespräsidenten "seit mindestens 34 Jahren" und sei bereits mit Wulffs früh verstorbenem Vater befreundet gewesen.

Geerkens nahm Wulff auch gegen den Vorwurf in Schutz, er habe den niedersächsischen Landtag nicht präzise informiert, in dem er den Kredit verschwiegen habe. "Christian Wulff hat damals völlig korrekt geantwortet", sagte der Ex-Unternehmer der 'SZ'.