Krebsrisiko senken: Acht Maßnahmen, die sofort helfen

10. Februar 2016 - 7:10 Uhr

Mehr als jede dritte Krebs-Neuerkrankung könnte verhindert werden

Fast vier von zehn Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland sind auf Lebensstil und Umweltfaktoren zurückzuführen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, die jetzt im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde. Im Klartext heißt das: Mehr als jede dritte Krebserkrankung könnte verhindert werden, wenn die Betroffenen zum Beispiel auf Nikotin oder Alkohol verzichten würden.

Rauchen ist der mit Abstand höchste Krebsverursacher

Laut den Forschern ist für das Jahr 2018 mit rund 440.000 Neuerkrankungen bei Krebs zu rechnen. 165.000 dieser Neuerkrankungen könnten verhindert werden - das sind 37,4 Prozent.

Schätzungsweise 85.000 Neuerkrankungen lassen sich aufs Rauchen zurückführen, das sind 19 Prozent aller Krebsfälle. 53.000 davon erkranken an Lungenkrebs. Insgesamt steigert Rauchen das Risiko für elf weitere Krebsarten. Vor allem bei Männern könnte jeder vierte Krebsfall verhindert werden, wenn niemand mehr rauchen würde. Da weniger Frauen rauchen, wäre es bei ihnen jeder achte Krebsfall.

Auf hohen Alkoholkonsum sind ca. 9.500 Krebserkrankungen zurückzuführen, insbesondere Mundhöhlen- und Rachenkrebs. Das sind zwei Prozent aller Krebserkrankungen. Dagegen gehen rund sieben Prozent aller Neuerkrankungen auf Übergewicht zurück, das sind insgesamt 30.567 Krebsfälle. Fehlerhafte Ernährung kann ebenfalls Krebs verursachen, 34.162 Fälle sind es insgesamt und damit acht Prozent.

Fazit der Forscher: Ein gesunder Lebensstil könnte Hunderttausenden eine Krebsdiagnose ersparen. Mit den folgenden acht Maßnahmen kann das Krebsrisiko gesenkt werden.

Jeder kann durch den Lebensstil das Krebsrisiko beeinflussen

1. ​Das Rauchen aufgeben

Zigaretten sind der Killer Nummer 1 in Sachen Krebs. Bundesweit ist das Rauchen für etwa jeden fünften Krebsfall verantwortlich. Bei Lungen-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs ist der Anteil sogar noch viel höher. Und Lungenkrebs ist oft tödlich - nicht nur für den Raucher selbst. Allein in Deutschland sterben jährlich 3.000 Menschen durch Passivrauchen an Krebs. Also, Zigarette weg!

2. Übergewicht abbauen

Den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs kennen viele Menschen nicht, dabei ist er seit Jahren belegt. Die Liste der Krebsarten, bei deren Entstehung vermutlich Übergewicht eine Rolle spielt, wird immer länger. Groß ist der Einfluss bei bösartigen Tumoren der Gebärmutter, der Niere und der Leber. Dabei gilt nicht nur Fettleibigkeit als Risikofaktor - auch schlanke Menschen mit viel Bauchfett haben ein erhöhtes Krebsrisiko.

3. Die Ernährung umstellen

Wer viel verarbeitetes Fleisch - etwa Würstchen oder Schinken - isst, erhöht sein Darmkrebsrisiko.  Auch ein hoher Fleisch- und Salzkonsum kann Krebs verursachen. Ballaststoffe, Obst und nicht stärkehaltiges Gemüse gehören dagegen zu einer ausgewogenen Ernährung.

4. Sport treiben

Körperliche Aktivität senkt das Risiko für Darm- und Brustkrebs - und höchst wahrscheinlich auch für viele andere Krebsarten. Fitness wirkt schützend.

5. Seltener Alkohol trinken

Vor allem die Kombination von Alkohol und Rauchen ist gefährlich. Ein Glas Wein oder Bier reicht schon aus, um das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht, aber nachweisbar zu steigern.

6. Zu viel UV-Strahlung meiden

Sonnenbrände sind der Hauptrisikofaktor für schwarzen Hautkrebs - 90 Prozent aller Melanome gehen darauf zurück. Daher ist es extrem wichtig, Sonnenbrände zu vermeiden. Kinder und Menschen mit heller Haut und roten Haaren brauchen besonderen Schutz.

7. Sich impfen lassen

Bei manchen Krebsarten spielen Viren und Bakterien eine gravierende Rolle. HPV-Infektionen etwa sind für alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. In Deutschland gehen fünf Prozent aller Krebsfälle bei Frauen (rund 9.900) und drei Prozent aller Krebsfälle bei Männern (rund 7.700) auf Infektionskrankheiten zurück. Zu den bekanntesten Erregern zählen das Hepatitis B- und C-Virus sowie das Bakterium Helicobacter pylori.

8. Vorsorge

Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen sind neben dem Verzicht aufs Rauchen die wichtigste Maßnahme zur Krebsvorbeugung. Bei einer Darmspiegelung etwa lassen sich schon Krebsvorstufen erkennen und entfernen. Dadurch kann Darmkrebs gar nicht erst entstehen. Ähnliche Effekte gibt es etwa beim Hautkrebs-Screening und beim Pap-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Und selbst wenn Krebs bereits entstanden ist, kann er durch solche Untersuchungen oft rechtzeitig entdeckt werden. Und das rettet Leben!